Gefahrenabwehr

Brandschutz in Altenheimen – Verhalten im Brandfall

Brandschutz in Altenheimen

Nicht erst im Brandfall sollte man sich mit Brandverhütung und richtigem Verhalten im Brandfall beschäftigen. Altersbedingt können Bewohner von Altenheimen überfordert sein, deshalb sind gerade ältere Menschen mit der notwendigen Sorgfalt darauf hinzuweisen.

Hauptgefahr Rauch

Aktionfilme wollen einem weismachen, dass bei Bränden schnell alles brennt und Menschen in den Flammen umkommen. Realität ist, dass lange vor einem Vollbrand bereits viele Rauchgasmengen entstanden sind. Diese haben vier extrem gefährliche Inhalte:


  1. Menschen sterben nach wenigen Atemzügen, denn Brandrauch ist tödlich.

  2. Brandrauch ist tödlich heiß.

  3. Der dunkle Brandrauch nimmt einem komplett die Orientierung.

  4. Man hat kaum noch Zeit, wenn ein Brand begonnen hat.


Die tödlichen Inhalte des Brandrauchs, also die erste Gefahr, ist das Gefährlichste bei Bränden. Bereits eine Bettmatratze mit nur 10 kg Gewicht erzeugt im Brandfall so viel Rauch, dass man damit über zehn Häuser mit jeweils 150 m² Grundfläche tödlich verrauchen kann. Bereits eine brennende Zeitung oder ein brennendes Kerzengesteck stellt eine große Gefahr dar.

Brände verhüten

Alle wollen und müssen dazu beitragen, Brände verhüten zu helfen. Das kennen wir bei unseren eigenen täglichen Verhalten mit kritischem Beobachten der Gegebenheiten und mit dem Gespräch über Brandschutz mit anderen. Lesen Sie Artikel über Brände, sehen Sie sich entsprechende Fernsehsendungen an und merken Sie sich auch die nachfolgenden Tipps. Schließlich geht es nicht nur um unser Leben und unsere Gesundheit und die anderer Personen im Gebäude, es geht auch um unseren Wohnraum, die Gebäude und deren Inhalte.

Verhalten im Brandfall

Es gibt kein Patentrezept zum Verhalten im Brandfall. Manchmal ist es richtig, das Feuer selbst sofort zu löschen, manchmal ist es richtig, zuerst die Feuerwehr zu rufen und manchmal muss man um sein Leben bangen und als erstes umgehend den brennenden Bereich verlassen. Denken Sie im Brandfall zuerst an sich selbst und Ihre Gesundheit und erst dann an die Sicherheit anderer. Wenn Sie einen brennenden Raum verlassen, schließen Sie immer die Tür hinter sich (schließen, nicht absperren). Rauch, Wärme und Hitze bleiben im Raum, der davor befindliche Flur wird nicht durch Feuer beeinträchtigt.

Richtiges Verhalten bewusst machen

Entscheiden Sie bei jedem Feuer schnell und möglichst ruhig, was Sie als Erstes machen. Sie haben z.B. folgende Situationen, die Sie dann wie folgt angehen:

































Situation

Eine mögliche Reaktion

Sie sehen, wie eine Kerze gerade die Zeitung,

den Tannenzweig oder die Tischdecke anzündet.

Sie versuchen umgehend mit einem bereitstehendem Getränk, einer Decke oder einer Zeitung das Feuer zu löschen. Geht das nicht oder haben Sie nichts vergleichbares schnell zur Hand, verlassen Sie umgehend den gefährlichen Bereich, begeben sich in Sicherheit, schließen hinter sich die Tür und informieren die Heimleitung oder den nächst erreichbaren Angestellten persönlich oder über ein Telefon außerhalb des brennenden Raums über die Situation.

Aus einem Raum dringen größere Mengen

an Rauch.

Tür zu dem Raum schließen, den Bereich sofort verlassen und die Heimleitung oder eine angestellte Person informieren.

Fernseher beginnt zu rauchen und zu brennen.

Entscheiden Sie, ob Sie es noch schaffen, den Stecker zu ziehen, im Zweifelsfall nichts riskieren! Oder verlassen Sie das Wohnzimmer, um im Flur die Sicherungen der Wohnung herauszudrücken (dazu müssen Sie wissen, wo der Sicherungskasten ist). Dann verlassen Sie die Wohnung, um wieder einen Mitarbeiter des Heims über den Vorfall zu informieren.

Auf dem Herd fängt etwas an, zu brennen

(Speisen, Fett, Handtuch, …).

Vielleicht schaffen Sie es noch, den Herd auszuschalten. Löschen Sie auf keinen Fall mit Wasser! Verlassen Sie den Raum, schließen Sie die Tür hinter sich und informieren eine Person, die zum Haus gehört, diese wird die weiteren Schritte einleiten.

Der Flur vor Ihrem Wohnbereich ist verraucht.

Bleiben Sie auf jeden Fall in Ihrer Wohnung, lassen Sie die Tür geschlossen und versuchen Sie, über das Telefon auf sich aufmerksam zu machen. Eventuell zeigen Sie sich auch am Fenster, das Sie öffnen.

Es gibt einen Hausalarm (Räumungsalarm),

Sie sehen aber weder Feuer noch Rauch.

Sie befolgen die Anweisungen und nehmen die Übung oder den Ernstfall immer ernst. Wenn es eine Übung ist, wird diese zu Ihrer Sicherheit durchgeführt.



Immer gelten die folgenden zwei Punkte:

  1. Die Feuerwehr ist grundsätzlich kostenlos und die ruft man lieber einmal vergebens, als nicht oder zu spät. Die Feuerwehr kann entscheiden, ob ein Feuer aus ist oder sich wieder entzündet.

  2. Fast jedes Gebäude hat zwei Treppenräume zum Verlassen; ist ein Treppenraum verraucht, geht man zurück und nutzt den anderen, sicheren und rauchfreien Treppenraum.

Brand melden

Jedes auch noch so kleine Feuer muss gemeldet werden. Wir melden also bei der Heimleitung, in der Zentrale oder der für den Bereich zuständigen Schwester. Diese Personen sind ausgebildet und befähigt, alle weiteren, richtigen Schritte einzuleiten. Auch wenn Sie ein Feuer selbst gelöscht haben oder „nur“ irgendwo wenig Rauch sehen, z.B. aus einer Steckdose oder einem Gerät, rufen bitte jedes Mal und umgehend einen Mitarbeiter des Hauses.

Fluchtwege kennen

Gehen Sie auch mal bewusst in Ihrem Haus einen anderen Weg, denn fast jedes Seniorenheim hat an beiden Enden des Flurs einen Treppenraum. Manchmal ist der zweite Treppenraum auch außen am Gebäude angebracht. Wenn diese Türen nicht alarmgesichert sind, sollten Sie (allein oder mit einer Ihnen helfenden Person) diesen Weg gehen. Sie können Sie im Brandfall selbst entscheiden, welchen Weg Sie gehen. Auf keinen Fall gehen Sie in einen verrauchten Raum, Flur, oder Treppenraum: Hier droht Gefahr.

Sich in Sicherheit bringen oder im Raum bleiben?

Die Faustformel lautet: Brennt es im Raum, verlassen wir ihn umgehend. Löschen ist meist die Aufgabe der Feuerwehr oder der Angestellten. Brennt es außerhalb (also im Flur oder Treppenraum) und sind diese Bereiche verraucht, so bleibt man im sicheren, brandrauchfreien Raum und wartet auf Hilfe. Auch Holztüren halten Rauch und Wärme und die Flammen ausreichend lang und sicher zurück.

Türen und Fenster auf oder zu?

Ein Feuer bleibt kleiner, wenn man die Fenster im Raum, in dem es brennt, öffnet: Rauch, Wärme und giftige Gase können so schnell ins Freie gelangen und das Feuer bleibt länger klein und weniger gefährlich. Wenn wir also noch die Zeit haben, öffnen wir die Fenster in dem Raum, in dem es brennt; ist keine Zeit vorhanden, verlassen wir umgehend den Raum. Ganz wichtig: Türen schließen, aber nicht verschließen: So kann die Feuerwehr schneller alle Räume begehen. Fenster von Räumen, in denen es nicht brennt, sollten immer geschlossen sein.







Andere warnen, in Sicherheit bringen


  • Zunächst denken wir an uns, bringen uns in Sicherheit. Wenn es zeitlich möglich ist, warnen wir andere auf dem Weg unserer Flucht. Bedenken Sie, dass die Angestellten Ihres Hauses viel jünger und trainierter sind. Sie können schneller und sicherer anderen helfen. Wichtig ist, dass Sie herauskommen.

  • Die Feuerwehr ist gut organisiert, oft schon nach wenigen Minuten stehen hochqualifizierte Kräfte vor Ort zur Verfügung, um Menschen zu retten und das Feuer zu bekämpfen.

  • Überlegen Sie sich, eventuell gemeinsam mit Ihrer Heimleitung, wohin Sie sich begeben, wenn z.B. das Haus geräumt werden muss und es draußen kalt, dunkel oder regnerisch ist. Schließlich können Sie ja nicht lange auf der Wiese stehen.

  • Sollte es nachts brennen, bleibt keine Zeit, sich anzukleiden. Verlassen Sie bitte in Ihrer Bettkleidung zügig den Bereich.


Löschversuche

Eigentlich sollten nur Angestellte oder die Feuerwehr Löschversuche unternehmen. Wir sind dazu nicht in der Lage und gefährden uns. Stellen Sie sich vor, Ihre Haare oder Ihre Kleidung beginnt zu brennen, nur weil Sie ein Feuer löschen wollten. Lieber gehen ein paar Gegenstände und das Haus zu Schaden, als dass Sie Schmerzen erleiden müssen.

Rauchmelder installieren

Der Geruchssinn funktioniert bei keinem schlafenden Menschen. Deshalb sollte man Rauchmelder in allen Wohnräumen haben. Diese funktionieren mit Batterien und piepsen im Brandfall sehr laut. Lassen Sie einen Rauchmelder an die Decke anbringen oder legen Sie ihn auf den Schrank. Wenn er losgeht, ist der Rauch erst oberhalb unseres Kopfes an der Decke und Sie haben noch genügend Zeit, den Raum zu verlassen und das Personal zu alarmieren. Bitte die Tür schließen und umgehend den Raum verlassen!