Sicherheit

Checkliste Einbruchschutz

Checkliste: Einbruchs-Barrieren festlegen

Zunächst sind die Zugänge festzulegen, die als Einbruchsbarrieren genutzt werden. Dies sind meistens die äußersten Fenster und Türen. Eine starke Tür ist besser als zwei schwache. An der Barriere soll Einbruchslärm von anderen gehört werden, d.h. Außentüren sind bessere Barrieren als Innentüren.

Ausnahmen sind Mehretagenhäuser: Die Etagen- bzw. Wohnungsabschlusstür ist die Einbruchsbarriere, nicht die Haustür. Beim Einfamilienhaus bzw. Einetagenhaus ist die Kelleraußentür die Einbruchsbarriere.

Alle Fenster innerhalb des festgelegten Bereichs sind Einbruchsbarrieren.

Ein Zaun ist selten eine wirksame parallele Einbruchsbarriere, unter 2,3 m Höhe und ohne Übersteigsicherung ist der Zaun nur eine rechtliche Grenze und keine ernstzunehmende Barriere.

Auf dem Grundrissplan sind die Einbruchbarrieren zu markieren:


  • Hauseingangstüren,

  • Etagen-/Bereichs-/Wohnungsabschlusstüren,

  • Balkontüren,

  • Kellertür,

  • Nebeneingangstüren,

  • Garagentore und

  • Zwischentüren zu Wintergarten/Garage.


Dünne Wände, insbesondere Schnellbauwände aus Gipskarton müssen meist verstärkt werden, sofern diese als Leichtbauwände erkennbar und zugänglich sind.

Relevanz festlegen

Es ist zu ermitteln, wie relevant die Einbruchsbarrieren aus der Perspektive potentieller Täter sind, weil diese z.B. leicht zugänglich und schlecht einsehbar sind:


  • Balkontür, Fenster, Wintergarten ebenerdig und ohne Steighilfe zugänglich?

  • Leicht zugängliche Dachfenster und Lichtkuppeln?

  • Schlechte Einsicht der Nachbarn/Passanten auf Einbruchsbarrieren?

  • Können Nachbarn/Passanten aus größerer Entfernung Einbruchslärm hören?

  • Sind die Zugänge bei Dämmerung und nachts unbeleuchtet?


Hinten liegende ebenerdige Balkontüren werden (statistisch belegt) am häufigsten aufgebrochen und haben höchste Relevanz. Verdeckte Kellertüren haben erheblich höhere Relevanz wie Haustüren zur Straße.

Türen-Check











































Türblatt


  • Türblatt mindestens 4 cm stark?

  • Türblatt innen nicht hohl (beim Klopfen hört sich das Türblatt nicht hohl an)?

  • Türblatt-Verbiegefestigkeit ausreichend?



Glas in der Tür

Falls Glas vorhanden ist, ist dieses

  • aus einbruchhemmendem Verbundsicherheitsglas/Polykarbonat?

  • mit Vorsatzfenster aus Polykarbonat?

  • von außen nicht demontierbar (stabile Glashalteleisten)?

  • oder mit einem von außen nicht abschraubbaren massiven Gitter versehen?





Schließblech

Sind die Schließbleche ausreichend lang, stabil und verankert?

Bei Holzzargen langes Schließblech mit stabilen Schrauben 45° in der Wand (nicht nur im Holz) verankert?

Bei Stahlzargen mindestens 3 mm Materialstärke im Schließblechbereich?

Zusatzschlösser können Ersatz für schlechte Schließbleche/Bänder sein. Zusatzschlösser sind

  • Mehrfachverriegelungen oder

  • Zusatzschloss (z.B. Kastenzusatzschloss) oder

  • Querriegelschloss.





Scharnierseite


  • Liegen die Türbänder innen?

  • Nicht weniger als drei Türbänder vorhanden?

  • Sind die Türbänder stabil im Türblatt und in der Zarge verankert?


Hinterhaken oder andere Scharnierseitensicherungen sind bei schwachen Bändern zwingend.

Schließzylinder


  • Stehen die Schließzylinder nicht nach außen über?

  • Handelt es sich um ein Profilzylinderschloss (oder hochwertiges elektronisches Schloss)?

  • Ist bekannt, wie viele Schlüssel (Berechtigungen) zum Schloss vorhanden sind?

  • Ist eine Sicherheitskarte vorhanden?

  • Ist der Zylinder schließbar, wenn innen ein Schlüssel steckt (= Not- und Gefahrenfunktion)?

  • Entspricht die Qualität des Schließzylinders dem allgemeinen Sicherheitsniveau? Es sollten mehr als fünf Kerben oder Bohrmulden im Schlüssel sein (mind. 7 bis 10).



Türbeschlag

(äußerer und innerer Türgriff)


  • Türbeschlag nicht von außen abschraubbar?

  • Rosetten und kurze Schilder jeweils zweifach von innen verschraubt?

  • Schild (Unterkonstruktion) aus massivem Metall (drauf klopfen) = Schutzbeschlag?

  • Liegt Türbeschlag unverrückbar und bündig am Türblatt an?

  • Ist der Profilzylinder mittels Ziehschutz abgedeckt?



Einsteckschloss

(Bauteil mit Falle und Riegel)

Der Riegel muss mindestens 2 cm lang und ausreichend stabil, d.h. aus verbiegefestem Vollmetall sein. Optimal ist die Aufschrift Klasse 3 oder höher, die man oft nach Ausbau des Schlosses ablesen kann.

Besucher und

Kommunikation


  • Ist ein Weitwinkel-Türspion mit mindestens 180° wirksam eingebaut, d.h. auch für Kinder zugänglich? Normhöhe 1400 mm ab Unterkante Türblatt.

  • Außensprechanlage oder

  • Sperrbügel, Sperrkette oder Türgriffkette vorhanden?



Balkontür-Check

Die Balkontür ist als Fenster (siehe Fenster-Check), mit folgende Ergänzungen zu prüfen:

  • Hebeltürsicherung bei älteren „Türen“ mit Hebel vorhanden?

  • Schiebetüren massiv gegen Aufschieben von außen blockiert?



Kellertür-Check

Ist die Kellertür eine Barrieretür, dann unbedingt auf gleiches Schutzniveau zu übrigen Barrieren achten. Oft genügt es, wenn die Kellertür von innen entriegelt werden kann. Von innen bedienbare Verriegelungen sind einfacher und günstiger.

Fenster-Check































Fensterbeschläge


  • Besteht ein einbruchhemmender Fensterbeschlag? Beim Öffnen des Fensters kann man ringsum Pilzzapfen mit Sicherheitsschließblechen sehen, in denen die Pilzzapfen umschlossen werden. Eine Stelle (Griffseite unten) ist Standard, drei Stellen sind Basis-Schutz, sechs Stellen sind gut, mehr sind tendenziell Sicherheitsfenster.

  • Alternativ können pro 1m Fensterhöhe Zusatzsicherung auf der Griff- und Scharnierseite angebracht sein.



Fenster-

zusatzschlösser


  • Sind Fensterzusatzschlösser vorhanden? Zusatzschlösser sind ein Ersatz für unzureichende Fensterbeschläge.

  • Ist das Fensterzusatzschloss im Fensterrahmen fest verankert?

  • Je 1 m Fensterhöhe beidseitig eine Zusatzsicherung vorhanden?





Fensterband-

seitensicherung

Ist das Fenster auf der Bandseite gegen Aufhebeln geschützt, durch Hinterhaken, aufgebaute Aushebelsicherungen oder Beschlag (Pilzzapfen)?

Fenstergriff

Ist der Fenstergriff abschließbar?

Fensterglas

Ist Fensterglas einbruchsrelevant? Einbruchsrelevanz überwiegend bei einfach von außen zugänglichen Fenstern und Distanz über 150 m bis zum nächsten dauernd bewohnten Haus.

  • Fenster aus Verbundsicherheitsglas oder Polykarbonat oder

  • aufgesetztes Polykarbonatvorsatzfenster oder Sicherheitsfolie mit Randanbindung oder

  • mit einem von außen nicht abschraubbaren massiven Gitter versehen?



Fenster Rollladen

Ist der Rollladen einbruchsrelevant? Überwiegend bei nachts unbenutzten Räumen, Gewerberäumen oder Ferienhäusern ist der Rollladen einbruchsrelevant.

  • Wurde verhindert, dass der Rollladen von außen hochgeschoben wird?

  • Ist die Rollladenkonstruktion von außen demontierbar?

  • Sind insbesondere Rollladenführungsschienen ausreichend tief und stabil verankert?

  • Ist bei breiten Rollläden sichergestellt, dass sie nicht durch Ziehen in der Mitte seitlich aus den Führungen herauszureißen sind?



Kellerfenster-

Check


  • Ist eine gesicherte Stahllochblende oder

  • Außenvergitterung oder

  • Innenvergitterung in Form verankerter Innenstrebe bzw. Teleskopstange oder

  • ein fest verankerter Gitterrost vor dem Kellerfenster angebracht?

  • Gibt es aus dem Keller trotz Absicherung weiterhin Fluchtwege (z.B. bei Brand)?


Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen

























Sichere

Organisation

Nicht abgeschlossene Türen, offene oder gekippte Fenster, versteckte Türschlüssel erleichtern Dieben ihr Vorhaben.

Wertbehältnisse

(Tresore)

Kernpunkte sind großes Gewicht (mindestens 200 kg) gutes Versteck, massive Verankerung in der Wand

bei mindestens wandbündiger Aufstellposition. Schlüssel oder Code sind nicht im Objekt aufbewahren. Grundsätzlich ist ein Bankschließfach zu bevorzugen.

Alarmanlage

Kein Selbsteinbau, Fachfirmen nutzen. Fehlalarme sind durch Qualität und Zwangsläufigkeit zu verhindern (Eintreten zwingt zum Ausschalten der Alarmanlage).

Eine Alarmanlage holt Hilfe, verhindert aber nicht, dass sich Täter einige Minuten im Objekt aufhalten. Insbesondere bei kleinen Objekten wie Wohnungen liegt die Priorität auf mechanischen Sicherungen.

Keine Hilfen

für Einbrecher



  • Sind Steighilfen (Leitern) und Werkzeuge (z.B. große Schraubendreher oder Spitzhacke) im geschützten Bereich verwahrt?

  • Sind Außensteckdosen von innen abschaltbar?





Hausnummern-

beleuchtung

Ist die Hausnummer nachts beleuchtet und von der Straße gut sichtbar?








Fluchtwege

  • Einbruchschutz darf die Fluchtmöglichkeiten der Berechtigten nicht zu sehr beschränken.

  • Gibt es mindestens zwei Fluchtwege aus Aufenthaltsräumen? In Obergeschoss sind Stahlseil-Rettungsleitern möglich.

  • Befinden sich in allen Räumen Rauchmelder (außer in Küche und Bad)?