Sicherheit

Kommunikationsüberwachung im Kalten Krieg

© moonrun (oben)

Die Existenz der Überwachungsprogramme PRISM, TEMPORA und XKEYSCORE wurde durch die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden weltweit bekannt. Weniger bekannt ist der Öffentlichkeit jedoch, dass während des Kalten Krieges sowohl der Westen als auch der Osten eine umfangreiche elektronische Aufklärung gegeneinander betrieben.

Im Jahre 1999 veröffentlichte das Europaparlament einen Bericht über das von den Vereinigten Staaten und seinen Partnern betriebene Überwachungssystem „ECHELON“, das in der Lage war, die damalige vorwiegend über Satelliten betriebene weltweite Kommunikation zu erfassen und seine Inhalte auszuwerten.

Das damalige Ministerium für Staatssicherheit der DDR führte bis zum Jahre 1989 eine umfassende „Operative Zielkontrolle“ von Fernsprechanschlüssen durch – sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik und in Westeuropa – die nahezu alle Lebensbereiche erfasste.

Aber auch der westlichen Seite gelangen mithilfe ihrer „Technischen Aufklärung“  Einbrüche in das östliche Kommunikationssystem. Nicht zuletzt die Erfassung der westlichen Satellitenkommunikation durch das Ministerium für Staatssicherheit als auch der Zentrale Funkdienst der Nationalen Volksarmee stellten eine beachtliche Bedrohung der Sicherheit der westlichen Kommunikationsverbindungen dar.

NATO-Intelligence im Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) 1985 -1989

In seinem Werk „NATO-Intelligence im Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) 1985 -1989“ beschreibt Weiße die Bearbeitung von Lageinformationen in der Intelligence-Division des Hauptquartiers, politische und militärische Rahmenbedingungen als auch bedeutende Übungen des Hauptquartiers wie „ABLE ARCHER“ und „WINTEX/CIMEX“. Aber auch die politischen und militärischen Entwicklungen des letzten entscheidenden Jahres vor dem Zerfall des Warschauer Paktes werden in die Betrachtung mit einbezogen.

Erst die Öffnung der Archive der untergegangenen DDR machte deutlich, wie tief die Nachrichtendienste der DDR mithilfe der Kommunikationsüberwachung  in das westliche Verteidigungssystem eingedrungen waren und welche Folgen dies im Konfliktfalle für das Bündnis gehabt hätte. Das Werk verdeutlicht aber auch den hohen Stellenwert der Kommunikationsüberwachung, wie dies aus aktuellem Anlass besonders deutlich wird.