Rechtliches

Leistungsbeurteilung im Zeugnis

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Arbeit „zur vollen Zufriedenheit“

Die Mitarbeiterin einer Zahnarztpraxis, die im Empfangsbereich und als Bürokraft beschäftigt war, erhielt nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis. Ihre Leistungen wurden mit der Gesamtbewertung „zur vollen Zufriedenheit“ bewertet.

Arbeitszeugnisse enden regelmäßig mit einer Gesamtbewertung, die an das Schulnotensystem angelehnt ist und wie folgt zu verstehen sind:

  • Note 1: „stets zur vollsten Zufriedenheit“,
  • Note 2 „stets zur vollen Zufriedenheit“,
  • Note 3 „zur vollen Zufriedenheit“,
  • Note 4 „zur Zufriedenheit“.
Arbeitnehmerin klagte gegen Bewertung

Mit ihrer Bewertung war die Frau nicht einverstanden und ging vor Gericht.

Nachdem die Vorinstanzen der klagenden Arbeitnehmerin stattgegeben hatten, wies das Bundesarbeitsgericht (BAG) nunmehr die Sache erneut an das Landesarbeitsgericht zurück.

Arbeitnehmer muss bessere Beurteilung rechtfertigen

Das Gericht habe als Tatsacheninstanz zu prüfen, ob die von der Mitarbeiterin vorgetragenen Leistungen eine Beurteilung im oberen Bereich der Zufriedenheitsskala rechtfertigen und ob die Arbeitgeberin hiergegen beachtliche Einwände vorbringt. Allein die Tatsache, dass in der Branche fast 90 % der untersuchten Zeugnisse die Schlussnoten gut oder sehr gut aufweisen, führe nicht zu einer anderen Verteilung der Darlegungs– und Beweislast.

Begehrt der Arbeitnehmer eine Benotung im oberen Bereich, muss er darlegen, dass er den Anforderungen gut oder sehr gut auch gerecht geworden ist. Der Zeugnisanspruch (§ 109 Absatz 1 Satz 3 Gewerbeordnung) richtet sich nämlich nur auf ein inhaltlich wahres Zeugnis. Dies umfasst auch die Schlussnote. Und dieses Zeugnis muss auch nur im Rahmen der Wahrheit wohlwollend sein.

Quellen:

Pressemitteilung des BAG Nr. 61/14