Sicherheit

Sicherheitskooperation: Hessisches Landesamt für Verfassungsschutz und VSW

©Paul Müller

Das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz LfV (Rechts: Rober Schäfer, Präsident des Hessischen Verfassungsschutzes) und die Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft VSW (Links: Peter H. Bachus, Vorstandsvorsitzender VSW) intensivieren zukünftig ihre Zusammenarbeit im Bereich des Wirtschaftsschutzes. Dies gab Werner Koch, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, im Rahmen der Unterzeichnung der Sicherheitskooperation in der IHK Wiesbaden bekannt. Die Kooperation soll dazu dienen, in Hessen den Wirtschaftsschutz zu stärken und die Cybersicherheit für Unternehmen zu verbessern.

Beiderseitiger Austausch wesentlich

Gero Dietrich, Geschäftsführer der Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft, fügte hinzu, dass ein beiderseitiger Austausch wesentlich sei, um effektiver auf die Zunahme aktueller Bedrohungen aus den Bereichen Wirtschaftskriminalität, Wirtschaftsspionage und durch Cyberattacken reagieren zu können. Die VSW als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden wolle auch in Zukunft Ihren Beitrag für einen umfassenden Informations- und Erfahrungsaustausch leisten, betonte Dietrich.

Wirtschaftsschutz als präventiver Teil der Spionageabwehr

Der Präsident des Hessischen Verfassungsschutzes, Robert Schäfer, führte anschließend aus, dass der Wirtschaftsschutz als präventiver Teil der Spionageabwehr seit jeher ein fester Bestandteil der Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden sei. Gerade auf dem Gebiet der Cyberangriffe könnten Informationen weitestgehend anonymisiert ausgetauscht werden. In der Wirtschaft werde zunehmend erkannt, dass die Kooperation mit den Sicherheitsbehörden einen deutlichen Mehrwert bieten könne.

Angriffe laut BSI immer zielgerichteter

Laut eines Lageberichts des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) würden die Angriffe immer zielgerichteter, arbeitsteilig und oft mit großem Aufwand sowie hohem Sachverstand ausgeführt. Die Opfer würden genau sondiert und die Angriffe mit möglichst passender Schadsoftware ausgeführt. Dabei interessiere oft nicht der schnelle Betrug, sondern die gezielte Wirtschaftsspionage. Durch die zunehmende Vernetzung würden auch Zulieferer oder Serviceverbindungen leicht zum Einfallstor für die Angreifer.

Verluste durch Cyber-Kriminalität auf 43 Milliarden Euro geschätzt

Dabei sei die Schadensbilanz erschreckend. Laut dem Center for Strategic and International Studies in Washington (CSIS) würden alleine in Deutschland die jährlichen Verluste durch Cyber-Kriminalität 43 Milliarden Euro betragen. Die weltweiten Schäden durch Internet- und Computerkriminalität hätten inzwischen (Stand: 2013) eine Höhe von 400 Milliarden US-Dollar erreicht. Deutschland mit seiner florierenden Wirtschaft sei überproportional betroffen. Zudem wachse die Zahl der Cyber-Attacken laut CSIS weltweit pro Jahr um 20 Prozent.

Quellen:

Meldung des HMdIuS „Kooperation für einen effektiven Wirtschaftsschutz“ vom 29.11.2016

Meldung LfV Hessen u. VSW vom 29.11.2016 (beide zuletzt abgerufen am 06.12.2016)