Sicherheitskonzepte

Umfrage: Defizite bei der Umsetzung der Rauchwarnmelderpflicht

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Vom Hersteller „Ei Electronics“ wurde in der Zeit vom 9. April bis zum 1. Mai 2020 eine Umfrage mit dem Gegenstand der Rauchwarnmelderpflicht durchgeführt. Jüngst wurden die Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht. Diese zeigen, dass es weiterhin erhebliche Defizite bei der Umsetzung der Rauchwarnmelderpflicht gibt.

Unzureichende Ausstattung mit Rauchwarnmeldern

Da die Rauchwarnmelderpflicht in der Hoheit der Bundesländer liegt und diese noch nicht überall in Deutschland vollständig umgesetzt wurde, beschränkte sich die Umfrage auf 13 Bundesländer. Hierbei wurden rund 4582 Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern befragt. 84% der befragten Immobilienbesitzer gaben dabei an, über mindestens einen Rauchwarnmelder im Haushalt zu verfügen. Auf den ersten Blick scheint dies ein guter Wert zu sein. Schaut man sich diesen jedoch im Detail an, so erweist sich dieses Ergebnis schnell als zweifelhaft: Gut 29% der Befragten gaben nämlich an, zwar über einen Rauchwarnmelder zu verfügen, diesen aber noch nicht installiert zu haben.

Außerdem hatten gut 27% der Befragten überhaupt keine Kenntnis über die Existenz einer Rauchwarnmelderpflicht. Dieser Wert ist vor allem im Hinblick darauf erstaunlich, wie lange die Rauchwarnmelderpflicht in einigen Bundesländern schon besteht. Diese fehlenden Kenntnisse machen sich wiederum beim notwendigen Ausstattungsumfang bemerkbar. So sind beispielsweise nur 62% der Schlaf- und Kinderzimmer mit einem Rauchwarnmelder ausgestattet. Treppenhäuser und Flure verfügen in 75% der Fälle über eine solche Vorrichtung.

Angaben zur Technik

Relevant ist bei den Ergebnissen auch der Stand der Technik bei den Rauchwarnmeldern. So sind laut der Umfrage überwiegend Rauchwarnmelder mit wechselbaren Batterien in Verwendung. Nur in 25% der Fälle gaben die Eigentümer an, über Rauchwarnmelder mit einer fest installierten Lithiumbatterie zu verfügen, die eine Laufzeit über 10 Jahre ermöglicht. Dieses Ergebnis erscheint überraschend, da Rauchwarnmelder mit einer wechselbaren Batterie oftmals eine Schwachstelle darstellen.

So zeigen gerade Untersuchungen aus anderen Ländern und Regionen wie England oder New York, dass bisweilen eine hohe Installationsquote vorliegt, gleichzeitig aber in der Realität eine Vielzahl an Rauchwarnmelder in Ermangelung von regelmäßigen Prüfungen und Batterietausch nicht betriebsbereit sind. Auch andere technische Innovationen sind nicht sehr verbreitet: Gerade einmal gut 11% der Befragten setzen auf vernetzte Rauchwarnmelder bei der Ausstattung. Wenn es hier zum Alarm durch einen einzelnen Rauchwarnmelder kommt, lösen auch weitere Geräte aus. Der Warneffekt ist damit deutlich höher, als dies bei der Auslösung eines Einzelgeräts der Fall ist.

Einschätzung zur Umfrage

Aus der Umfrage lässt sich eindeutig ableiten, dass es noch einen großen Aufklärungsbedarf gibt. Es mangelt nicht nur am Wissen um die Existenz einer Rauchwarnmelderpflicht, sondern auch an der konkreten Umsetzung. Die Umfrage beschränkte sich zwar ausschließlich auf Eigenheimbesitzer, doch bei einer Erweiterung der Befragung auf Mietimmobilien würde höchstwahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis erzielt werden.

Dazu kommt, dass die Umfrage wichtige Fragestellungen, wie zum Beispiel zur Prüfung von vorhandenen Rauchwarnmeldern, ausgespart hat. Ein Blick auf die reine Installationsquote ist folglich nicht zielführend, da diese letztlich kein Beleg dafür ist, inwieweit die Rauchwarnmelder sich tatsächlich auch in einem betriebsbereiten Zustand befinden. Gerade unter diesem Aspekt muss überlegt werden, welche Möglichkeiten zur Verstärkung der Brandschutzaufklärung es gibt. Konzepte wie einzelne Rauchwarnmeldertage im Jahr werden diese Problematik nicht lösen können.