Gefahrenabwehr

Temporäres Fluchtwegsystem für Bauzäune

Temporäres Fluchtwegsystem für Bauzäune entwickelt

Bauzäune sind auf Sommerveranstaltungen, Weihnachtsmärkten mit Eintrittsentgelt oder zum Absperren, z.B. Backstage-Bereiche, nicht mehr wegzudenken. Rechtlich ergeben sich daraus Probleme hinsichtlich der Zurverfügungstellung von benötigten Flucht- und Rettungswegen. Diese müssen „…jederzeit leicht und in voller Breite geöffnet werden können“ (§ 9 Abs. 3 MVStättVO).

Sicherung von Bauzäunen

Da der Bauzaun je nach Untergrund und Rollrad nicht leicht geöffnet werden kann und ungebetene Gäste abgehalten werden müssen, wird in der Praxis an jedem Fluchtwegtor Sicherheitspersonal eingesetzt.

Bauzaun-Banner oder improvisierte Schilder mit Flutlichtern werden oft bei Nachtveranstaltungen eingesetzt (vgl. auch Sicherheitsmelder vom 12.12.11, Rettungszeichenleuchte für kurzzeitige Veranstaltungen [Michael Öhlhorn]). Dies entspricht aber oft nicht den Vorgaben, da beispielsweise die Banner am Bauzaun von Besuchern hinter den ersten Besucherreihen nicht gut gesehen werden können und die Beschilderung meist verdeckt ist.











Bild: Kleines Fluchtwegsystem mit massivem Rollrad und Verhakungsschutz

Fluchtwegsystem-Praxislösung

In der Praxis ist bis heute die Umsetzung der Rettungswegkennzeichnung ausgesprochen schwierig.

Entsprechend den Vorschriften müssen

„Ausgänge und Rettungswege durch Sicherheitszeichen dauerhaft und gut sichtbar gekennzeichnet sein“.

Mit diesen Zielvorgaben entwickelt die Vabeg Eventsafety seit einigen Jahren eine rechtliche sowie praxistaugliche Lösung. Entstanden ist ein Fluchtwegsystem in drei verschiedenen Varianten, die aus mehreren Teilen bestehen. Dazu zählen:


  • Massives Rollrad mit Verhakungsschutz,

  • Bauzaunstütze,

  • Torscharnier,

  • Pfostenfuß,

  • Bruchsiegel,

  • Panikdrückerelement,

  • Spaltschraube für die Gittermontage des Panikdrückerelements,

  • Rettungszeichenschildhalterung sowie

  • ein Rettungszeichen mit wetter- und winterfester Hinterleuchtung.





Das Fluchtwegsystem kann ohne Personalbesetzung rechtskonform genutzt werden, da es vom Besucher jederzeit leicht, auf Wunsch mit Missbrauchssicherung, genutzt werden kann.

Panikdrücker









Bild: Panikdrücker am Tor zum stehenden Bauzaunelement



Beschreibung und Funktion des Panikdrückers



Von der Geländeinnenseite kann der verriegelte Bauzaun jederzeit durch Drücken der Panikbar geöffnet werden. Durch das Drücken öffnet der Schloßriegel und gibt den Weg für das Bauzauntor frei. Der Riegel kann von der Geländeaußenseite nicht geöffnet werden, sofern der Durchgreifschutz auf dem Bauzaun vorhanden ist.




Eine Erweiterung des Panikdrückers ist ein zusätzlicher Alarm, welcher mit einem Schlüssel scharf geschaltet werden kann. Dabei ist die Technik mit dem Akku im Panikdrücker untergebracht.

Praktische Anwendungen

Bereits 2004 auf sog. Plattenpartys und Studentenfeten, sowie 2006 zur Fußball WM beim Public Viewing in München leisteten Prototypen wertvollen Einsatz. Im Dezember letzten Jahres wurden bei dem neuen Weihnachtsmarkt „1000Funkel“ in Dresden neun Tore in allen drei Varianten erfolgreich genutzt.

Bis zum Sommer soll das Fluchtwegsystem des Herstellers Vabeg Eventsafety Deutschland GmbH mit einer Alarmsicherung im Panikdrücker integriert vorhanden sein.







Praxishinweise


  • Ausgänge und Rettungswege müssen durch Sicherheitszeichen dauerhaft und gut sichtbar gekennzeichnet sein.

  • Bauzäune sind im Bereich von Flucht und Rettungswegen durch Sicherheitsfachkräfte zusätzlich zu sichern. Fluchtwegsysteme mit Panikdrückern und Missbrauchssicherung können ohne Personalbesetzung genutzt werden.