Organisations- und Führungskonzepte

Der Mindestlohn für Sicherheitsdienstleistungen steigt ab 1. März

Mindestlohn für Sicherheitsdienstleistungen

Der Sicherheitsmelder hatte ausführlich über die historische Entwicklung zum Mindestlohn, damit verbundene vergleichbare Wettbewerbsbedingungen und spezifische Besonderheiten der Bundesländer berichtet (vgl. Mindestlohn im Sicherheitsgewerbe – Ergebnis absehbar [Heinz Siemon]). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte im März mit der Sicherheitsdienstleistungsarbeitsbedingungenverordnung (SicherheitArbbV) vom 5. Mai 2011 (BAnz. S. 1692) Mindestlöhne auf Grund des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes vom 20. April 2009 (BGBl. I S. 799) verordnet.

Sieben Euro als Minimum

Einmal mehr zufrieden sind der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und das Sicherheitsgewerbe über den Mindestlohn für Sicherheitsdienstleistungen der am 1. März auf mindestens 7,00 Euro pro Stunde steigt. In 9 von 16 Bundesländern gelten dann 7,00 Euro als Minimum für die Entlohnung von Sicherheitsdienstleistungen. Der höchste Mindestlohn beträgt 8,75 Euro in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern mit 8,28 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 8,09 Euro.


























































































Bundesland

ab 1. März 2012

ab 1. Januar 2013

Baden-Württemberg


8,75 €



8,90 €


Bayern


8,28 €



8,42 €


Nordrhein-Westfalen


8,09 €



8,23 €


Hessen


7,63 €



7,76 €


Niedersachsen


7,38 €



7,50 €


Bremen


7,33 €



7,50 €


Hamburg


7,31 €



7,50 €


Sachsen


7,00 €



7,50 €


Sachsen-Anhalt


7,00 €



7,50 €


Thüringen


7,00 €



7,50 €


Berlin


7,00 €



7,50 €


Brandenburg


7,00 €



7,50 €


Mecklenburg-Vorpommern


7,00 €



7,50 €


Rheinland-Pfalz


7,00 €



7,50 €


Saarland


7,00 €



7,50 €


Schleswig-Holstein


7,00 €



7,50 €




Die letzte Stufe des aktuellen Mindestlohn-Tarifvertrages tritt am 1. Januar 2013 in Kraft. Der Mindestlohn liegt dann in 12 von 16 Bundesländern bei 7,50 Euro.

Entwicklung des Mindestlohns

„Nach den zum 1. Juni 2011 eingeführten Mindestlöhnen, die besonders für die Mitarbeiter in Ostdeutschland erhebliche Lohnerhöhungen bedeuteten, steigert sich das Entgelt mit der kommenden Stufe um 7,2 Prozent“, erläuterte der BDSW-Präsident die Lohnsituation. Zum 1. Januar 2013 betrage die Erhöhung auf 7,50 Euro nochmals 7,2 Prozent.

Mit den enormen Anstrengungen der Sicherheitsdienstleister hat es die Branche geschafft, innerhalb von eineinhalb Jahren die Löhne vor allem in den neuen Bundesländern deutlich zu steigern. Nach allen derzeit vorliegenden Zahlen ist es zu keinem Beschäftigungsabbau gekommen. Dazu habe sicher die gute Konjunkturlage, aber auch die Bereitschaft der meisten Kunden beigetragen, notwendige Preisanpassungen vorzunehmen.

Der BDSW-Präsident sieht sich in seiner Einschätzung vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bestätigt und kommt in seiner Analyse der vom Bundesarbeitsministerium beauftragten Evaluation der derzeit vorhandenen Mindestlöhne zu folgendem Ergebnis:


„Dass die Mindestlöhne den Unternehmen weniger geschadet haben als angenommen, hängt mit dem behutsamen Vorgehen der Tarifpartner zusammen. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben die Mindestlöhne an die branchenspezifischen Besonderheiten angepasst und Einheitslösungen vermieden“ (iw-dienst, Nr. 6 vom 9. Februar 2012, Seite 6).

Qualifizierte Sicherheitsdienstleistungen

Die Entlohnung bei den Sicherheitsdienstleistungen beschränkt sich nicht allein auf den Mindestlohnbereich. Private Sicherheitsdienstleister haben in den letzten Jahren vielseitige Sicherheitsaufgaben in unterschiedlichsten Aufgabengebieten privater und öffentlicher Sicherheit wahrgenommen. Dies spiegelt sich auch in den Lohnstrukturen der Branche wider.

Insgesamt habe der BDSW über 350 Tätigkeiten in 16 Bundesländern tarifiert. Davon liegen bereits heute 200 Stundengrundlöhne über der Marke von 8,00 Euro. Waschulewski forderte die öffentlichen und privaten Auftraggeber auf, dies bei ihrer Auftragsvergabe zu beachten.






„Eine qualifizierte Sicherheitsdienstleistung erfordert ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese sind nicht zum Mindestlohn erhältlich“, so der BDSW-Präsident abschließend.