WORK PROGRAMME 2013 COOPERATION, THEME 5, ENERGY der EU
Mit diesem Arbeitsprogramm, das die gesamte Energieversorgung der EU umfasst, soll die Nutzung der Energieressourcen nachhaltig beeinflusst werden. Der Zeitrahmen der geplanten Initiativen erstreckt sich bis 2020. Das „Work Programme“ enthält die Planungsvorgaben für: Brennstoffzellen aller Art, den Bereich der Photovoltaik, die Verwendung von Biomasse, die Windenergie, Aspekte der Geothermie, konzentrierte Sonnenenergie, Gezeitenkraftwerke, Wasserkraftwerke, die Wasserversorgung, die Erzeugung und Nutzung von Biobrennstoffen, Lagerungsverfahren für Energieträger aller Art, Techniken der sauberen Kohle, smarter Energienetzwerke, Errichtung von „Smart Networks“ in urbanen Regionen und eine Reihe weiterer Vorgaben.
„RESEARCH & DEVELOPMENT ROADMAP 2013 – 2022“ der European Association of Transmission System Operators for Electricity – ENTSO-E in Brüssel
Diese privatwirtschaftlich organisierte Vereinigung der europäischen Stromversorgungsunternehmen hat als Aktiengesellschaft nach belgischem Recht nach Aufforderung durch die EU (ENERB /IB/JCS/tjs (2012)1530457) eine zukunftsweisende Vision für die künftige Energieversorgung der EU bis 2050 entwickelt und in einer Roadmap präsentiert. Kernpunkt des Papiers ist die Entwicklung des „Smart Grid“ in der Versorgung mit elektrischer Energie innerhalb der EU.
Die ENTSO-E hat sich bis 2050 folgende Entwicklungen zum Ziel gesetzt:
- Pan-europäisches cluster-basiertes Stromversorgungsnetzwerk, einheitliche technische Vorgaben,
- hocheffiziente Techniken bei der Stromversorgung und deren Bewertung,
- Einführung netzwerkbasierter Steuer- und Verteilungsoperationen in der Stromversorgung,
- Marktmodell für den „Internal Electricity Market“,
- gemeinsame Grundsätze und Strategien für den kosteneffektiven Einsatz von Finanzmitteln sowie
- Verstärkung der Zusammenarbeit von Systembetreibern (DISTRIBUTION SYSTEM OPERATORS-DSO) und Netzbetreibern (TRANSMISSION SYSTEM OPERATORS-TSO).
Im Zusammenhang mit dieser Roadmap hat ENTSO-E vorgeschlagen, bei Versorgungsengpässen in der Elektrizitätsversorgung großflächig Verbraucher (Kühlschränke, Klimaanlagen, Wärmepumpen, Warmwasserheizung) ferngesteuert ohne vorherige Ankündigung von der Stromversorgung zu trennen. Die Abschaltungen könnten aus Sicht der ENTSO-E im Bedarfsfalle zur Versorgungssicherheit in Europa beitragen.
Schutzpraktiken der ENTSO-E
Dass der störungsfreie Betrieb von Hoch- und Höchstspannungs-Energieversorgungsnetzen nicht unproblematisch ist, wird aus den „Best Protection Practises For HV and EHV Transmission Systems of ENTSO-E CE Area Electrical Grids (Final Version) “ vom 18. April 2012 deutlich.
Das Papier beschreibt auf 28 Seiten u.a.:
- Schutzprinzipien,
- Störfallbehebungszeitvorgaben,
- Redundanzen der Schutzsysteme,
- Fernwartung und Störungsbehebung,
- Linienschutz bei Hochbeanspruchung,
- Schutz durch Fernwirksysteme,
- Automatische Netzabschaltung,
- Lokalisierung von Störquellen und Störungen sowie weitere technische Spezifikationen.
Besondere Bedeutung gewinnen die Reaktionszeiten in Hoch- und Höchstspannungsnetzen die sich im Bereich zwischen 500 Millisekunden und 20 Millisekunden bewegen. Wesentliche Planungsunterlage für das künftige „Smart Grid“ ist der „ENTSO-E Network Code on Capacity Allocation and Congestion Management”, welcher den täglichen Betrieb der Stromverteilungsorganisation und mögliche Reaktionen der Netzbetreiber auf Marktschwankungen in Angebot und Nachfrage beschreibt. Es handelt sich hierbei um ein höchst komplexes und fragiles System, das möglicherweise nicht kalkulierbar auf Störungen aller Art im Netz reagieren kann.
ENTSO-E Winter Outlook Report 2012/13 and Summer Review 2012 vom 30.11.2012
Dieser Bericht enthält eine Bewertung der Versorgungssituation des Winters 2012/2013. Festzustellen ist, dass nach der Einschätzung der ENTSO-E das europäische Stromversorgungssystem den Bedarf decken konnte. Lediglich Belgien ist durch das Fehlen von 2000 MW nuklearer Kapazitäten auch künftig auf Stromimporte angewiesen. Dies gilt auch für Schweden, Dänemark, Finnland und Litauen. Allerdings kann Polen bei anhaltend tiefen Temperaturen seinen Strombedarf nicht voll decken.
Die verstärkte Nutzung des Stromverbundnetzes Dänemark-Schweden und Schweden-Polen hat an der deutsch-polnischen Grenze zu Störungen geführt. Der Strombedarf in Südost-Europa kann, keine klimatischen Änderungen voraussetzend, als weitgehend gedeckt bezeichnet werden. Deutschland und Frankreich werden auch weiterhin auf Stromimporte angewiesen sein. Für den Sommer 2013 wird, falls nicht ungünstige Witterungsbedingungen eintreten, Versorgungssicherheit erwartet.
Praxishinweise
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Quellen: WORK PROGRAMME 2013 COOPERATION, THEME 5, ENERGY, European Commission C (2012) 4536 of 9 July 2012; Best Protection Practises for HV and EHV Transmission Systems of ENTSO-E CE Area Electrical Grids (Final Version) vom 18. April 2012;
Dienel, Dr.Hans-Liudger: HAUPTSTADTSICHERHEIT IN ZEITEN DER ENERGIEWENDE, Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin nexus Institut, Berlin, 21.1.2013.
