Sicherheit

US-Zugriff auf Cloud-Daten

© moonrun (oben)

Auf Gerichtsbeschluss hin müssen in den Vereinigten Staaten ansässige IT-Unternehmen künftig auch außerhalb der USA gespeicherte Daten offenlegen. Das verkündete ein US-Bundesgericht in einem im April dieses Jahres ergangenen Urteil. Ausreichend ist ein für die USA gültiger Durchsuchungsbefehl. Microsoft, Apple und Co. sehen durch das Urteil die Zukunft  des Cloud-Computing in Gefahr.

Dem Urteil lag ein Durchsuchungsbefehl über Daten des IT-Unternehmens Microsoft zugrunde, die die Firma in einem Rechenzentrum in Irland gespeichert hatte. Microsoft unterließ es, die Nutzerinhalte an die Behörde auszuliefern und beantragte die Aufhebung des Durchsuchungsbefehls.  

Das mit der Sache befasste US-Bundesgericht in News York entsprach dem Antrag nicht. Die IT-Firmen müssten den Behörden, bei Vorlage eines gültigen Durchsuchungsbefehls, auch außerhalb der USA gespeicherte Daten offenlegen. Grund sei der erhöhte Aufwand der Zusammenarbeit von US-Regierung mit den anderen Ländern und die generelle „Arbeitsintensivität“ und „Langsamkeit“ von Amtshilfeverfahren.

Richter Francis betonte, dass amerikanische Gesetze auch außerhalb der Vereinigten Staaten angewendet werden könnten. Die EU hingegen drängt auf die Einhaltung ihrer Datenschutzgesetze. Diese sollen gewährleisten, dass persönliche Daten der EU-Bürger nicht den europäischen Rechtsraum verlassen.

Die großen IT-Firmen sehen durch das Urteil das Geschäft mit dem Cloud-Computing in Gefahr, da die Kunden sich nicht mehr auf die Sicherheit ihrer gespeicherten Daten verlassen könnten. Beim Cloud-Computing werden Daten auf einer „Wolke“ im Internet gespeichert.  Microsoft, Apple und drei weitere IT-Unternehmen wollen gegen das Urteil in Revision gehen. Eine erste Anhörung ist für Ende Juli geplant.

Quellen

Beiersmann, Stefan: Urteil: US-Durchsuchungsbefehle gelten auch für in Europa gespeicherte Cloud-Daten, auf: ZDNet.de vom 29. April 2014

Verfahren in New York: Microsoft und Co. wollen Cloud-Daten vor US-Zugriff schützen, auf: Spiegel-Online vom 17. Juni 2014