Sicherheitskonzepte

„Sicher drüber“! Bundespolizei wird Partner der Verkehrssicherheitskampagne

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Rund 200 Unfälle gibt es jährlich an den Bahnübergängen der Deutschen Bahn AG, jeder Vierte endet tödlich. Die Gemeinschaftskampagne „sicher drüber“ der Deutschen Bahn AG, des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) sowie von zwei gesetzlichen Unfallversicherungen will auf Gefahren an Bahnübergängen aufmerksam machen und eventuelle Unfälle verhindern. Neuer Partner der Initiative ist nun die Bundespolizei.

Richtiges Verhalten an Bahnübergängen

Die Bundespolizei will dabei vor allem Präventionsarbeit leisten und sich insbesondere mit Vor-Ort-Terminen in die Aktion einbringen. „Unserem Anliegen, Unfälle zu vermeiden, können wir nun noch weiteren Nachdruck verleihen“, betont Jan-Henrik Minor von der Bundespolizei. Mit einem Unfallfahrzeug will die Bundespolizei vor Ort zeigen, welche drastischen Folgen ein unangepasstes Verhalten haben kann. Unaufmerksamkeit, Unkenntnis oder leichtsinnigem Verhalten am Bahnübergang soll so vorgebeugt werden. Insgesamt 15 dieser Veranstaltungen konnten so im letzten Jahr in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen realisiert werden. Weitere Termine sollen im aktuellen Jahr folgen.

Die Deutsche Bahn AG freut sich über die gewonnene Unterstützung. „Es ist unser gemeinsames Anliegen, Unfälle an Bahnübergängen weiter zu reduzieren, denn jeder Unfall ist einer zu viel“, so Markus Krittian, Eisenbahnbetriebsleiter der Deutschen Bahn AG. „Daneben arbeiten wir daran, mit den Kreuzungspartnern die Zahl der Bahnübergänge weiter zu reduzieren.“ Demnach seien in den vergangenen zehn Jahren fast jede vierte Kreuzung von Schiene und Straße beseitigt oder durch eine Brücke beziehungsweise einen Tunnel ersetzt worden. Von den 18.117 Bahnübergängen seien mehr als die Hälfte technisch gesichert – circa 20 Prozent mit Schranken, rund 70 Prozent mit Halbschranken und 10 Prozent mit Blinklicht- oder Lichtzeichenanlagen (Stand: 2013).

Die Kampagne „sicher drüber“ wurde in Jahr 2002 ins Leben gerufen. Das umfangreiche Portfolio umfasst neben diversen Informationsmaterialien wie Videospots, Flyern und Plakaten auch Auftritte der Partner bei Medienterminen und Veranstaltungen – zuletzt wieder bei bundesweiten Präventionstagen. Im Fokus stehen Verhaltensrichtlinien sowie Verkehrsschilder und Bahnübergangstechnik. Ferner ist die Kampagne „sicher drüber“ Bestandteil der Informationskampagne „Runter vom Gas“ des Bundesverkehrsministeriums.

Kurze Wissensauffrischung

Ein Bahnübergang wird im Vorfeld mit speziellen Verkehrsschildern angekündigt. Mit dem Andreaskreuz gekennzeichnete Bahnübergänge räumen dem Schienenverkehr Vorrang vor dem Straßenverkehr ein (§ 41 StVO, Zeichen 201). Wegen ihrer großen Masse und der hohen Geschwindigkeiten weisen Züge einen weitaus längeren Bremsweg als Pkw auf. Bis zu 1.000 Meter benötigt etwa ein einhundert Stundenkilometer schneller Reisezug bis zum endgültigen Anhalten. Der Abstand zum Bahnübergang ist durch Baken gekennzeichnet. Sie stehen in 240 Metern (3 Streifen), 160 Metern (2 Streifen) und 80 Metern (1 Streifen) Entfernung – oft in Verbindung mit Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die Zahl der Bahnübergangsunfälle soll so seit dem Bestehen der „sicher drüber“-Kampagne von 294 auf 150 im Jahr 2013 gesenkt worden sein.

 

Quellen:

Meldung der Bundespolizei vom 21.12.2015

Meldung der Deutschen Bahn AG vom 29.09.2015

Themendienst der Deutschen Bahn AG 05/2015

(jeweils zuletzt abgerufen am 12.01.2016)