Sicherheit

Vorsicht mit dem E-Scooter: Abflug über die Lenkstange droht

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Nachdem der Gesetzgeber den Weg frei gemacht hat, kommen Elektro-Scooter auch in Deutschland auf die Straßen. Für die einen haben die kleinen Flitzer einen hohen Spaßfaktor, andere sehnen sie als perfektes Verkehrsmittel für die letzte Meile in verstopften Innenstädten herbei. Die Risiken, mit den kleinrädrigen Rollern auf die Nase zu fallen, dürfen allerdings nicht unterschätzt werden, warnen die Unfallforscher von DEKRA.

Start in die Welt der E-Scooter

Nachdem der Gesetzgeber den Weg frei gemacht hat, kommen Elektro-Scooter nun auch in Deutschland auf die Straßen. Für die einen haben die kleinen Flitzer einen hohen Spaßfaktor, andere sehnen sie als perfektes Verkehrsmittel für die letzte Meile in verstopften Innenstädten herbei. Die Risiken, mit den kleinrädrigen Rollern auf die Nase zu fallen, dürfen allerdings nicht unterschätzt werden, warnen die Unfallforscher von DEKRA mit Verweis auf eine aktuelle Studie aus Austin/Texas (USA). Danach zog sich jeder dritte mit einem E-Scooter Verunglückte (33 Prozent) seine Verletzungen auf der ersten Fahrt zu, knapp zwei Drittel der Betroffenen bei den ersten neun Fahrten.

Nichts überstürzen

 „Stürzen Sie sich nach der Anschaffung nicht sofort ins dichte Verkehrsgetümmel, sondern machen Sie sich zuerst in einem geschützten Bereich mit den Fahreigenschaften des Rollers vertraut“, sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA. „Man muss das Roller-Fahren lernen, wie man auch das Fahrradfahren lernen muss. Erst die Übung macht den Meister.“

Vor allem das Bremsen hat wegen der Kombination aus Mini-Rädern und hoher Lenkstange seine Tücken. „Bremst der Fahrer bei flottem Tempo mit der Vorderradbremse zu stark ab oder verlagert sein Gewicht beim Bremsen nicht genug nach hinten, droht dem Fahrer ein Sturz kopfüber über die Lenkstange. Deshalb ist es wichtig, die richtige Gewichtsverlagerung und den richtigen Einsatz der Bremsen zu üben.“ Vorsicht ist auch geboten, wenn die Fahrbahn nass, verunreinigt oder uneben ist. Auf solchem Untergrund besteht mit den kleinen Rädern erhöhte Sturzgefahr. 

Risiken nicht unterschätzen

Egelhaaf empfiehlt, zum Scooter-Fahren einen Fahrradhelm aufzusetzen, selbst wenn dies für E-Scooter gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Der US-Studie zufolge zog sich beim Unfall fast jeder zweite Fahrer (48 Prozent) Kopfverletzungen zu. „Dies zeigt, dass E-Scooter-Fahrer mit Helm alles andere als ‚over-dressed‘ sind“, betont Egelhaaf. 

Mit Einführung der neuen Fahrzeuggruppe sei vermehrt mit Unfällen zu rechnen, bis sich die Verkehrsteilnehmer auf die neuen Flitzer eingestellt haben. Daher sei besonders in der Anfangszeit erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit sowie gegenseitige Rücksichtnahme bei allen Verkehrsteilnehmern gefragt. 

 

Quelle: DEKRA Info Juni 2019