Gefahrenabwehr

Betrieblicher Brandschutz: Die sichere Durchführung von Feuerlöschübungen

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Im Mai wurde vom Fachbereich Feuerwehren, Hilfeleistungen und Brandschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine Broschüre mit der Bezeichnung FBFHB-026 „Hinweise zur sicheren Durchführung von praktischen Löschübungen mit Feuerlöscheinrichtungen“ veröffentlicht.

Ziel der Broschüre ist die sichere Durchführung einer praktischen Löschübung. Neben den grundsätzlichen Anforderungen an einen Übungsort kann man der Broschüre auch Informationen zu den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und zur Auswahl von Löschmitteln entnehmen.

Gefährdungsbeurteilung vor der praktischen Brandschutzausbildung

Die praktische betriebliche Brandschutzausbildung ist ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Unterweisung von Mitarbeitern, aber auch in der Ausbildung von Brandschutzhelfern und von Brandschutzbeauftragten. In der Brandschutzausbildung wird der richtige Umgang mit Feuerlöschgeräten – vor allem mit tragbaren Feuerlöschern zur Bekämpfung von Entstehungsbränden – geübt. Ziel ist hierbei nicht nur die konkrete Inbetriebnahme eines Feuerlöschers, sondern auch das richtige Vorgehen im Sinne einer Löschtaktik. Wenngleich in der überwiegenden Anzahl der Fälle in der praktischen betrieblichen Brandschutzausbildung flüssiggasbetriebene, tragbare oder fahrbare Brandsimulatoren zur Anwendung kommen, ist eine Unfall- und Verletzungsgefahr nicht gänzlich auszuschließen. Um die Gefahren zu minimieren, wird von der DGUV in der Broschüre FBFHB-026 nicht nur auf die Notwendigkeit vom Sicherheit- und Gesundheitsschutz hingewiesen, sondern auch auf die Belange vom Umwelt- und Nachbarschaftsschutz.

Ob und in welchem Umfang hier Gefahren bestehen und was für Maßnahmen notwendig sind, muss im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung vor einer praktischen betrieblichen Brandschutzausbildung ermittelt werden. Im Ergebnis können sich dann Schutzmaßnahmen ergeben, wie zum Beispiel eine bestimmte Schutzkleidung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.  Zu den möglichen Schutzmaßnahmen können hier beispielhaft neben Schutzkleidung auch Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe sowie Augen- und Gehörschutz gehören. Mit Sicherheitsschuhe kann man beispielhaft Verletzungen vermeiden, sollte der Feuerlöscher aus der Hand rutschen und auf den Fuß fallen. Wird in der praktischen Brandschutzausbildung der sog. Zerknall von Spraydosen gezeigt, so kann man mit einem Gehörschutz auf den Lärm reagieren.

Die richtige Auswahl des Übungsorts

Am Anfang der Planung einer praktischen betrieblichen Brandschutzausbildung steht die Auswahl eines geeigneten Übungsorts. Nicht geeignet ist zum Beispiel ein Ort, der sich in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet befindet. Ungeeignet können Übungsorte aber auch sein, wenn sich diese in einem dicht besiedelten Gebiet oder in der Nähe zu vielbefahrenen Verkehrswegen befinden. Gerade in einem dicht besiedelten Gebiet sind auch Faktoren wie Lärm zu berücksichtigen, der von einer Brandschutzausbildung ausgehen kann. Und letztlich sollte sich der Übungsort nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen befinden. Hierbei ist besonders im Sommer auch auf die Bepflanzung zu achten, zum Beispiel Wiesen, Bäume und Buschwerk.

Ein wesentlicher Faktor bei der Wahl eines Übungsorts ist aber auch dessen Größe und die Befestigung. Der Ort sollte eine Übungsfläche mit einer Größe von mindestens 10 x 10m aufweisen. Hinsichtlich des Untergrunds ist laut der FBFHB-026 der DGUV darauf zu achten, dass dieser fest und trittsicher ist. Je nach Löschmittel, mit dem geübt werden soll, müssen entsprechende Vorkehrungen vorhanden sein. Wird zum Beispiel mit Schaum geübt, so sollte der Anschluss an einen Abwasserkanal vorhanden sein.

Je nachdem was und wie geübt wird, können Genehmigungen durch Behörden erforderlich sein. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn mit Holz als Brennstoff oder mit brennbaren Flüssigkeiten geübt werden soll. Unabhängig davon sollte man frühzeitig die örtlich zuständigen Ordnungsbehörden und die Feuerwehr über die Durchführung der praktischen betrieblichen Brandschutzausbildung in Kenntnis setzen. So können eventuelle Fehlalarmierungen vermieden werden, falls Passanten oder Nachbarn fälschlicherweise von einem Notfall ausgehen sollten.

Übungsgeräte auf Sicherheit prüfen

Bevor die praktische betriebliche Brandschutzausbildung durchgeführt werden kann, sind die Übungsgeräte zu prüfen. Wird ein flüssiggasbetriebener Brandsimulator eingesetzt, so sollte man vor der Inbetriebnahme die Gasschlauchleitungen auf Dichtigkeit prüfen, aber auch eventuelle Sicherheitseinrichtungen laut FBFHB-026 der DGUV. Und natürlich dürfen während der praktischen Brandschutzausbildung keinesfalls Sicherheitsmaßnahmen wie Feuerlöscher und Verbandskasten fehlen. Beachtet man diese Hinweise aus der FBFHB-026 der DGUV, ist die sichere Durchführung einer praktischen betrieblichen Brandschutzausbildung möglich.

 

Quelle: Broschüre der DGUV (zuletzt abgerufen am 08.06.2021)