Prävention

Augen auf beim Autokauf: Die ISAK warnt vor Betrugsmaschen

© artinspiring – stock.adobe.com

Hohe Sicherheitsstandards des Online-Handels und zunehmend wachsame Verbraucher leisten einen wichtigen Beitrag, um Betrüger im Autohandel auszubremsen. Und dennoch: Zu 100 Prozent sicher ist niemand. Die „Initiative Sicherer Autokauf Im Internet“ (ISAK) gibt Nutzern deshalb wichtige Tipps an die Hand, wie sie sich on- und offline schützen können.

Das perfekte Auto ist gefunden, der Online-Kauf in die Wege geleitet und dann ploppt es auf, das Fenster eines Drittanbieters. Jetzt ist Vorsicht geboten. Die ISAK rät Verbrauchern insbesondere beim Bezahlvorgang genau hinzuschauen.

Seriöse Treuhandservices sind in der Regel in die ursprüngliche Website eingebettet und verweisen Nutzer nicht auf externe Seiten. Auch die URL kann Auskunft darüber geben, wo Nutzer sich gerade bewegen. „Treten hier Ungereimtheiten auf, raten wir, den Vorgang besser abzubrechen und sich tiefergehend zu informieren“, so Silvia Schattenkirchner, Sprecherin der ISAK.

Achtung Absender!

Auch E-Mails, in denen behauptet wird, dass die Bestellung geprüft wurde und auf einen weiteren Bezahldienst verwiesen wird, sind in der Regel Betrugsversuche. Hier hilft es, den Absender näher unter die Lupe zu nehmen: komplizierte, unklare E-Mail-Adressen und Absender aus dem Ausland weisen darauf hin, dass etwas nicht stimmen könnte.

Achtung: Als Absender oder im Text der E-Mail werden die Plattformen häufig gezielt erwähnt, um Vertrauen zu wecken. Weitere Indizien für Spam- und Phishing-Mails sind Rechtschreibfehler sowie Hinweise auf eine besonders hohe Dringlichkeit („Jetzt handeln!“).

Schützen Sie Ihre persönlichen Daten

Grundsätzlich gilt, dass Online-Marktplätze wie AutoScout24, Kleinanzeigen oder mobile.de niemals E-Mails verschicken, um die Echtheit von Fahrzeugen oder Verkäufern zu bestätigen oder persönliche Daten wie Personalausweis, Kreditkarten- oder Kontodaten abzufragen.

Diese Daten werden allenfalls bei der Registrierung oder Anmeldung für eine Seite gefordert, jedoch immer auf der Website direkt und nicht separat per E-Mail.

Auch offline wachsam bleiben

Natürlich finden Betrugsversuche nicht nur online statt. Auch im direkten Kontakt gibt es Fallstricke, auf die man achten sollte. Das gilt zum Beispiel bei Autokäufen aus dem Ausland. Käufer sollten immer die detaillierte Historie des Fahrzeugs (Anzahl Fahrzeughalter, Herkunftsland) erfragen und sich explizit nach Unfallschäden erkundigen.

Denn oft werden Importfahrzeuge günstig im Ausland repariert. Die Reparaturen halten dabei deutschen Standards häufig nicht im Ansatz stand. So können im schlimmsten Fall wichtige Sicherheitsmechanismen nicht mehr funktionieren. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Gutachter mit an Bord zu holen.

Die Transportkostenfalle

Silvia Schattenkirchner erklärt: „Eine weitere Masche bei Auslandsfahrzeugen, ist es, ein Auto mit deutscher Zulassung und Standort im Ausland günstig online anzubieten. Die Verkäufer erklären die deutsche Zulassung beispielsweise mit einem Todesfall in der Familie. Sie bieten Interessenten per E-Mail an, das Auto vor einer endgültigen Kaufentscheidung mehrere Tage zu testen. Dafür soll der Käufer die Transportkosten und einen Teil des Kaufpreises als Sicherheit an ein Verschiffungsunternehmen überweisen“, so Schattenkirchner. „Der Interessent zahlt, das Auto wird aber nie geliefert.“

Gefälschte Fahrzeugpapiere

Ein weiterer altbekannter Trick von Betrügern: die gefälschten Papiere. Diesen Betrug im Voraus zu erkennen, ist oft schwer. Häufig stellt sich erst beim Ummelden des Wagens heraus, dass das Auto gestohlen ist. Umso wichtiger ist es hier, auf das Bauchgefühl zu hören: Passen das Alter des Fahrzeugs und das optische Alter der Unterlagen zusammen? Sind Siegel etc. enthalten?

Bestenfalls treffen sich Käufer und Verkäufer direkt bei der Zulassungsstelle und melden das Fahrzeug gemeinsam um. So sind Käufer immer auf der sicheren Seite unterwegs.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention, zuletzt abgerufen am 17.11.2023.