Forschungsprogramme der EU
2012 hat die EU im Rahmenprogramm (Frame Work Programme – FP 7) das Arbeitsprogramm für Sicherheitsforschung für den Zeitraum 2012 bis 2020 vorgestellt. Neben dem bereits bekannten Forschungsprojekt INDECT unterstützt die EU derzeit mehr als 186 Projekte der Sicherheitsforschung. Der EU-Finanzrahmen für diese Forschungsvorhaben beträgt derzeit 300 Mio.€.
Das neue Forschungsprojekt der EU unter der Bezeichnung „HORIZON 2020“ wird sich vornehmlich mit den Aspekten Wissenschaftsexzellenz (Mittelzuweisung 27.818 Mio.€), führende Rolle der Industrie (20.280 Mio.€) sowie gesellschaftliche Herausforderungen (35.888 Mio.€) befassen. Ausgewählte Drittstaaten können sich an diesen Projekten beteiligen. Im Rahmen des Projekts SeReMa (Security Research Map) können an Projekten interessierte Unternehmen und Institutionen Kontakt zu Stellen der EU, die derartige Projekte betreiben, aufnehmen. Aber auch die nationalen Kontaktstellen können über SeReMa erreicht werden. Derzeit betreiben innerhalb der EU und anderer, ausgewählter Staaten mehr als 450 Organisationen und Unternehmen Sicherheitsforschung.
Nationale Sicherheitsforschung in Deutschland
Die nationalen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der zivilen Sicherheitsforschung werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) koordiniert. Zu den vom BMBF betreuten Forschungsaktivitäten gehören u.a.: Schutz der Bürgerinnen und Bürger, Sicherheit von Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen, intelligente Überwachung und Grenzschutz sowie Wiederherstellung der Sicherheit im Krisenfall.
Die Förderung im Themenbereich Sicherheitsforschung erfolgt auf der Grundlage meist jährlich erscheinender öffentlicher Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen – Calls for Proposals -. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt auf Basis einer unabhängigen Begutachtung im Wettbewerb. Inhaltlich orientieren sich diese Aufrufe an sog. Missionen und Querschnittsaktivitäten. Zu den Querschnittsaktivitäten gehören derzeit:
- Integration und Interoperabilität von Sicherheitssystemen,
- Sicherheit und Gesellschaft,
- Koordinierung und Strukturierung der Sicherheitsforschung.
Überdies betreibt das BMBF die „Nationale Kontaktstelle für das Europäische Forschungsprogramm – NKS“. Kontaktstellen werden zu folgenden Forschungsbereichen durch das BMBF betrieben: Gesundheit, Kooperation (Ernährung, Landwirtschaft, Fischerei, Biotechnologie), Informations- und Kommunikationstechnologie, Nanowissenschaften und Produktionstechnologien, Energie, Umwelt und Klimawandel, Transport, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften, Weltraum, Sicherheit. Daneben werden noch weitere Bereiche wie Kapazitäten, Forschung zugunsten von KMU, Wissensregionen, Forschungspotenzial, Wissenschaft in der Gesellschaft, Kohärente Entwicklung der Forschungspolitik, Internationale Zusammenarbeit, Euratom sowie Aktivitäten des „Joint Research Centre“ durch die nationalen NKS betreut.
Projekte der Sicherheitsforschung In den Bundesländern
In den Bundesländern werden derzeit in der Sicherheitsforschung verfolgt:
Baden-Württemberg | 57 Projekte | Niedersachsen | 14 Projekte | ||
Bayern | 50 Projekte | Nordrhein-Westfalen | 81 Projekte | ||
Berlin | 91 Projekte | Rheinland-Pfalz | 10 Projekte | ||
Brandenburg | 38 Projekte | Saarland | 3 Projekte | ||
Bremen | 8 Projekte | Sachsen | 7 Projekte | ||
Hamburg | 18 Projekte | Sachsen-Anhalt | 6 Projekte | ||
Hessen | 25 Projekte | Schleswig-Holstein | 13 Projekte | ||
Mecklenburg-Vorpommern | 6 Projekte | Thüringen | 11 Projekte |
Vorhaben auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung
Neben diesen Stellen werden unterschiedliche Vorhaben auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung durch universitäre Institutionen, Forschungsinstitute der politischen Parteien und andere Stellen, so z.B. auch durch das MIS in Magdeburg mit vorwiegend strategischer Zielsetzung, betrieben.
Einen herausragenden Platz nimmt hierbei auch die „Bundesakademie für Sicherheitspolitik – BAKS“ in Berlin ein. Aber auch Institutionen der Parteien wie die „Hanns-Seidel-Stiftung-HSS“ in München beteiligen sich an den Diskussionen zur nationalen Sicherheitspolitik. Für den Bereich der Nachrichten- und Sicherheitsdienste übernimmt der „Gesprächskreis Nachrichtendienste Deutschlands – GKND“ eine wichtige Mittler-Funktion zur Öffentlichkeit bei der Verdeutlichung der Ziele der nationalen Sicherheitspolitik.
Im Kontext der 4. Ausschreibungsrunde der Bundesregierung gingen im März 2013 drei Sicherheitsforschungsprojekte an den Start. Es sind dies:
- Integritätsschutz eingebetteter Systeme (Projektvolumen 2.21 Mio.€),
- Cyber-physikalische Systeme (Projektvolumen 1.56 Mio.€),
- Effizientes Schlüsselmanagement (Projektvolumen 3.37 Mio.€).
Daneben laufen von der Bundesregierung initiierte Projekte unter der Bezeichnung „Internet der Dinge“ und „Industrie 4.0“ für deren Verwirklichung ebenfalls mit großzügiger Mittelausstattung gerechnet werden kann. Das BMBF hat seit 2008 über 20 Forschungsvorhaben im Bereich der Sicherheitsforschung mit einem Gesamtvolumen von über 30 Mio. € gefördert.
Praxishinweis Unternehmen und Institutionen mit Interessen im Bereich der Sicherheit sollten Kontakt zum Bundesministerium für Bildung und Forschung suchen, um einen Überblick über die gegenwärtigen und künftigen Forschungsvorhaben, sowohl im nationalen Bereich als auch innerhalb der EU zu gewinnen. |
Quellen:
http://ec.europa.eu/research/participants/portalplus/static/docs/calls/fp7/common/32768-annex_13_to_the_decision_security_for_cap_en.pdf
http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/12/st10/st10218.de12.pdf
http://www.forschungsrahmenprogramm.de/_media/NKS_Organigramm_7RP.pdf
http://www.sicherheitsforschung-magdeburg.de/
http://www.hss.de/
