Sicherheit

Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 – Erneut unter 6 Millionen Straftaten und weniger Tatverdächtige

Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 vorgestellt

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder, Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier, haben am 16.05.2012 in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2011 vorgestellt.

Wie bereits im Vorjahr hat die Polizei auch 2011 weniger als sechs Millionen Straftaten registriert. Allerdings stieg die Kriminalität gegenüber dem Vorjahr geringfügig um einen Prozentpunkt an (2010: 5,93 Mio. Straftaten; 2011: 5,99 Mio. Straftaten).

Die Aufklärungsquote lag bei 54,7 % (2010: 56 %).

Die rückläufigen Tatverdächtigenzahlen aus dem Vorjahr setzen sich fort, hier gibt es einen erfreulichen Rückgang um 1,9 % (2.112.843 Tatverdächtige). Über ein Viertel hiervon (27 %) sind Mehrfachtatverdächtige, d.h., die im Berichtsjahr mehr als zweimal als Tatverdächtige polizeilich erfasst wurden.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Der Bundesinnenminister verurteilte besonders die Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte: „Der leichte Rückgang bei den Widerstandsdelikten (- 1,8 %) darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns mit 22.839 Fällen auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Angriffe auf Bundespolizisten sind sogar um 12,1% gestiegen. Die von der Bundesregierung angestoßene Verbesserung des strafrechtlichen Schutzes von Vollstreckungsbeamten, die im November 2011 in Kraft getreten ist, ist hier ein wichtiger Schritt. Wir lassen unsere Beamten nicht im Stich!“

Rückgang der Betrugsdelikte und der Gewaltkriminalität

Eine positive Entwicklung zeigt sich u.a. im Rückgang der Zahl der Betrugsdelikte (-3,4 % auf 934.882 Fälle), der Kfz-Diebstähle (-2, 2 % auf 41.057 Fälle) und der Gewaltkriminalität (-2,1 % auf 197.030 Fälle). Bei den Gewaltdelikten sind insbesondere Raubdelikte (-0,3 % auf 48.021) sowie gefährliche und schwere Körperverletzung (-2,7 % auf 139.091 Fälle) rückläufig.

Rückgang der Jugendgewaltkriminalität

Überproportional zurückgegangen ist erneut die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher (14 bis unter 18 Jahre) um 7,3 % auf 214.736 (2010: 231.543). Die Jugendgewaltkriminalität, die bis 2008 stark anstieg, ist dieses Jahr erneut um 10,7 % zurückgegangen. Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten in dieser Altersgruppe sanken die Zahlen sogar um 11,4 %.







Anstieg Diebstahlsdelikte/Wohnungseinbruchsdiebstähle

Den leichten Anstieg der insgesamt erfassten Straftaten führen die Sicherheitsbehörden vor allem auf einen Anstieg der Diebstahlsdelikte um 4,6 % zurück, die allein 40,1 % der Gesamtkriminalität

ausmachen. Als besorgniserregend sieht der Bundesinnenminister dabei den Anstieg bei Wohnungseinbruchsdiebstählen um 9,3 % gegenüber dem Vorjahr. Durch Einbrüche entstehen jährlich Schäden in Höhe von rund 600 Mio. Euro.

Anstieg der Computerkriminalität

Die PKS weist einen – wenn auch moderaten – Anstieg im Bereich der Computerkriminalität um 0,7 % auf 84.981 Straftaten (2010: 84.377) aus. Gestiegen sind dabei insbesondere die Fälle der Fälschung beweiserheblicher Daten und der Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung (+12 % auf 7.671 Fälle) sowie die Fälle der Datenveränderung und Computersabotage

(z.B. Angriffe auf einen Computer mit dem Ziel, durch Überlastung dessen Verfügbarkeit außer Kraft zu setzen (DoS oder DDoS-Angriffe) mit +84 % auf 4.644 Fälle).