Sicherheit

Korruptionswahrnehmungsindex 2012 von Transparency International

Korruptionswahrnehmungsindex 2012 von Transparency International veröffentlicht

Transparency International hat am 5.12.2012 den Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) veröffentlicht (vgl. auch Sicherheitsmelder, Mittelmäßige Korruptionsbekämpfung – Korruptionsindex 2009 von Transparency International erschienen [Herbert Ehses (Hrsg.)].

Für den CPI 2012 wurden 176 Länder nach der im öffentlichen Sektor bei Beamten und Politikern wahrgenommenen Korruption bewertet. Angeführt wird der CPI 2012 von Dänemark, Finnland und Neuseeland mit 90 von 100 Punkten. Beamte und Politiker dieser Länder werden als besonders integer wahrgenommen.

Afghanistan, Nordkorea und Somalia bilden mit acht von 100 Punkten das Schlusslicht des Index. Diese Länder leiden vor allem unter schwach ausgeprägten Rechenschaftspflichten für Führungspositionen und ineffektiven Strukturen der öffentlichen Verwaltung.

Einfluss der Wirtschafts- und Finanzkrise

Die Länder der Eurozone, die am stärksten von der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen sind, bleiben nach den Reformbemühungen der letzten Monate hinter den Erwartungen zurück. Transparency hat immer wieder darauf hingewiesen, dass die Korruptionsrisiken im öffentlichen Sektor und die Ursachen der Finanzkrise angegangen werden müssen.

Anstrengungen zur Korruptionsprävention in der öffentlichen Verwaltung müssen im Reformprozess dieser Länder priorisiert werden. Deutschland nimmt mit 79 von 100 Punkten Rang 13 (Vorjahr Rang 14) ein. Im Umfeld vergleichbarer Länder liegt Deutschland weiter im Mittelfeld.

Bestechung, Amtsmissbrauch und geheime Geschäfte

Wachsende Empörung über korrupte Regierungen hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr einige Führungspersönlichkeiten aus dem Amt gedrängt wurden. Seit sich die Wogen geglättet haben, wird deutlich, dass in den meisten Ländern dieser Welt Bestechungszahlungen, Amtsmissbrauch und geheime Geschäfte immer noch an der Tagesordnung sind. Der Korruptionswahrnehmungsindex 2012 zeigt, dass Korruption weltweit weiter verheerende Schäden für die Bevölkerung anrichtet.

Zwei Drittel der 176 Staaten, die der CPI 2012 umfasst, erreichen nur einen Wert unter 50 auf einer Skala von 0 (als sehr korrupt wahrgenommen) bis 100 (als sehr integer wahrgenommen). Das zeigt, dass öffentliche Institutionen transparenter werden sowie einflussreiche Beamte zur Verantwortung gezogen werden müssen.

Anti-Korruptionsmaßnahmen

“Regierungen müssen Anti-Korruptionsmaßnahmen in den öffentlichen Entscheidungsprozess integrieren. Prioritäten sollten auf verbesserten Regeln für Lobbying und Parteienfinanzierung liegen. Öffentliche Aufträge und Ausgaben müssen transparenter gestaltet und öffentliche Einrichtungen zur Verantwortung gezogen werden“, so Huguette Labelle, Vorsitzende von Transparency International.

Viele der Länder – von Nahost über Asien und Europa -, in denen die Bürger ihre Führungspersönlichkeiten dazu aufgefordert haben, Korruption zu stoppen, haben ihre Position auf dem Index jedoch nicht verbessern können oder gar verschlechtert.

Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2012

Die Ergebnisse vgl.: http://www.laenderdaten.de/indizes/cpi.aspx







Praxishinweis

Dieses Jahr hat Transparency International die Methodologie für den Korruptionswahrnehmungsindex 2012 aktualisiert. Um diese Veränderung sichtbar zu machen, wird der Korruptionswahrnehmungsindex auf einer Skala von 0 (sehr korrupt) bis 100 (sehr integer) dargestellt.