Sicherheit

Schutz von Seeschiffen nur durch BAFA-geprüfte Sicherheitsdienste

© moonrun (oben)

Seit dem 1. Dezember 2013 dürfen Schiffe, die unter deutscher Flagge fahren, nur noch vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen) zugelassene private Sicherheitsdienste einsetzen. Damit reagierte die Bundesregierung auf die steigenden Piratenüberfälle auch auf deutsche Seeschiffe.

Der Deutsche Bundestag beschloss im vergangenen Jahr, künftig zum Schutz der Schiffe auch private Sicherheitsdienste einzubinden. Durch das Zulassungsverfahren seien deutsche Reeder nun aufgefordert, qualifizierte Sicherheitsunternehmen mit dem Schutz ihrer Schiffe zu betrauen, so Gregor Lehnert, Präsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft.

Einer Zulassung bedarf es auch dann, wenn die Schiffe, auf denen die Sicherheitsleistungen erbracht werden sollen, unter anderen Flaggen in internationalen Gewässern fahren.                                                                                             

Damit besteht die Zulassungspflicht für:

  • in- und ausländische Bewachungsunternehmen, die Bewachungsaufgaben auf Seeschiffen unter deutscher Flagge wahrnehmen wollen.
  • Sie betrifft ferner auch in Deutschland niedergelassene Bewachungsunternehmen, die auf Seeschiffen unter anderen Flaggen tätig werden wollen, da maritime Bewachungsaufgaben außerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone wegen ihrer besonderen Anforderungen generell aus dem Anwendungsbereich des § 34a Gewerbeordnung (GewO) herausgenommen wurden.

Zwei Mitgliedsunternehmen des BDSW haben die Zulassung zum bewaffneten Schutz von Seeschiffen bereits erhalten. Die Result Group GmbH aus Grünwald und die CONDOR IMS GmbH, die zur Condor Sicherheit mit Sitz in Essen gehört. Daneben wurden auch zwei ausländische Unternehmen zugelassen.

Nicht nur für die betroffenen Schiffe vor Ort, auch für die Weltwirtschaft stellen Piratenüberfälle mit Schäden in Höhe von 18 Milliarden Euro eine immense Bedrohung dar. Bis zu 413 Millionen Dollar Lösegeld sind im Rahmen von Überfällen zwischen 2005 und 2012 geflossen. Durchschnittlich werden etwa 2,7 Millionen Dollar pro Überfall erbeutet. Meist wird das Geld für Waffen- und Menschenhandel eingesetzt.