Gefahrenabwehr

Brandschutzhelfer – Hinweise zur neuen BGI/GUV-I 5182

© davis - Fotolia.com

Im November 2012 wurde die Technische Regel für Arbeitsstätten (kurz ASR) A2.2 Maßnahmen gegen Brände veröffentlicht. In § 6 der Regel wurden damit erstmals konkrete Vorgaben zum Brandschutzhelfer getroffen.

Inhalte der ASR A2.2

Danach ist zum Beispiel die Notwendigkeit und Anzahl der Brandschutzhelfer im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Die ASR A2.2 nennt diesbezüglich zu beachtende Faktoren, wie u.a. eine erhöhte Brandgefährdung sowie Mitarbeiter und/oder Besucher mit eingeschränkter Mobilität. Darüber hinaus sollten auch Faktoren wie Urlaub, Krankheit, Schichtbetrieb und Fortbildung der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Andernfalls kann es vorkommen, dass man weniger Brandschutzhelfer im Betrieb hat, als notwendig sind, zum Beispiel in der Urlaubszeit.

Als Weiteres findet man in der ASR A2.2 Hinweise zu den Ausbildungsinhalten zum Brandschutzhelfer. Neben Grundzügen des vorbeugenden Brandschutzes gehören auch Kenntnisse über die betriebliche Brandschutzorganisation, zu Feuerlöscheinrichtungen, zum Verhalten im Brandfall sowie praktische Löschübungen zur Ausbildung.

Konkretisierung durch BGI/GUV-I 5182

Zum Jahresanfang 2014 wurde die Berufsgenossenschaftliche Information/Gesetzliche Unfallversicherung (BGI/GUV)-I 5182 Brandschutzhelfer veröffentlicht. Ziel der BGI/GUV-I 5182 ist eine weitere Konkretisierung der Inhalte zum Brandschutzhelfer aus der ASR A2.2; nachfolgend eine Übersicht über die wesentlichen Inhalte der BGI/GUV-I 5182.

Ausbildungsinhalte

Während man in der ASR A2.2 nur grobe Stichworte zu den Ausbildungsinhalten findet, werden in der BGI/GUV-I 5182 alle Ausbildungsinhalte detailliert ausgeführt. So auch zu den praktischen Übungen, die zum Beispiel die Handhabung von Feuerlöscheinrichtungen, die Löschtaktik, aber auch betriebsspezifische Besonderheiten wie Metallbrände oder Brände in elektrischen Anlagen beinhalten sollen.

Mitarbeiter, die über eine feuerwehrtechnische Grundausbildung (Truppmann) verfügen, brauchen keine Brandschutzhelfer-Ausbildung zu absolvieren. Eine Ernennung nach der BGI/GUV-I 5182 kann aber nur erfolgen, wenn der zukünftige Brandschutzhelfer mit der betrieblichen Brandschutzorganisation vertraut ist.

Ausbildungsdauer

Die Dauer der Ausbildung wird für den theoretischen Teil mit zwei Unterrichtsstunden à 45 Minuten angegeben. Die Dauer des praktischen Teils der Ausbildung zum Brandschutzhelfer ist zeitlich nicht vorgegeben. Als Grundlage wird aber ein Zeitwert der praktischen Übungen von fünf bis zehn Minuten pro Teilnehmer empfohlen.

In Abständen von drei bis fünf Jahren soll die Ausbildung zum Brandschutzhelfer wiederholt werden. Bei wesentlichen Änderungen im Betrieb können auch kürzere Abstände erforderlich sein.

Ausbilder

Erstmals findet man nun auch Hinweise dazu, über welche Qualifikationen ein Ausbilder für Brandschutzhelfer verfügen soll. Als Ausbilder können Personen mit folgenden Qualifikationen eingesetzt werden:

  • Brandschutzbeauftragte mit Prüfungsnachweis
  • Personen mit einem abgeschlossenen Hochschul- oder Fachhochschulstudium in der Fachrichtung Brandschutz
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit entsprechender Brandschutz-Ausbildung
  • Feuerwehrangehörige mit mindestens Gruppenführer-Ausbildung
Urheber

Ausgearbeitet wurde die BGI/GUV-I 5182 Brandschutzhelfer, von der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. sowie unter anderem von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb), vom Werkfeuerwehrverband Deutschland, von der VdS Schadenverhütung GmbH, vom Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. und dem Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e.V.

Bewertung

Es ist fachlich nicht nachvollziehbar, warum Mitarbeiter mit einer Feuerwehr-Truppmann-Ausbildung (F-Ausbildung) als Brandschutzhelfer eingesetzt werden können. Zu keiner Zeit während der Truppmann-Ausbildung oder im regulären Dienstbetrieb werden nennenswerte Grundlagen des vorbeugenden Brandschutzes (z.B. Brandschutzordnung, Sicherheitskennzeichnung, betriebliche Brandschutzorganisation) behandelt.

Gleiches gilt für die Ausbilder-Qualifikation für Feuerwehr-Gruppenführer (F-Ausbildung). Auch hier ist die fachliche Grundlage nicht erkennbar. Man hat vielmehr den Eindruck, als sollte mithilfe dieser Qualifikationen das Ehrenamt „Freiwillige Feuerwehr“ gestärkt werden. Dies ist löblich und notwendig, sollte aber auf ernsthaften Qualifikationen, auch im Sinne der jeweiligen Unternehmen und vom betrieblichen Brandschutz beruhen.

Praxishinweise
  • Während man in der BGI/GUV-I 5182 bis ins Detail Informationen zur Ausbildung zum Brandschutzhelfer findet, schweigt sie sich über deren mögliche Aufgaben sowie zu Grundsätzen, wie zum Beispiel zur Ernennung, aus. Hier besteht noch dringender Handlungsbedarf im Sinne von Empfehlungen.
  • Die empfohlenen Ausbildungsinhalte und -zeiten in der BGI/GUV-I 5182 sind eine wertvolle Orientierungshilfe für die Ausbildung. Grundsätzlich sollte man in der Brandschutzhelfer-Ausbildung aber möglichst auf die betrieblichen Verhältnisse eingehen. Denn es bringt nichts, wenn entsprechend der Ausbildungsinhalte zum Beispiel zu Feuerlöscheinrichtungen unterrichtet wird, diese aber im Betrieb nicht vorhanden sind. Sämtliche Ausbildungsinhalte, von der Theorie bis hin zu den praktischen Inhalten, sollten sich daher an den betrieblichen Verhältnissen und dem zukünftigen Aufgabengebiet orientieren.
Quellen

1. ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände

2. BGI/GUV-I 5182 Brandschutzhelfer