Aus- und Fortbildung

3. Gemeinsamer Bayerischer Sicherheitstag in München

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Insgesamt rund 120 Vertreter aus Sicherheitswirtschaft, Verbänden und Politik nahmen an dem 3. Gemeinsamen Bayerischen Sicherheitstag von BDSW und BVSW am 15. Juli 2014 teil. Unter dem Motto: Unternehmenssicherheit als Wirtschaftsfaktor, erfuhren die Teilnehmer Näheres zu  Risikomanagement, Sicherheit als weltpolitischen Faktor und zur Kooperation von Polizei und privaten Sicherheitsdienstleistern.

Know-how als Ressource

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, Dr. Günter Krings, wies auf den Schaden von geschätzten 445 Milliarden Euro  hin, der jährlich durch Cybercrime entsteht, und riet zur Sensibilisierung der Mitarbeiter hinsichtlich potentieller Ausforschungsangriffe und zur Zusammenarbeit von Unternehmen mit den Sicherheitsbehörden.

Risikomanagement in der Wirtschaft

Das Thema Risikomanagement in der Wirtschaft griff auch Michael Hochenrieder (HvS-Consulting AG) auf. Er gab zu bedenken, dass es durchschnittlich 230 Tage dauert, bis Angriffe durch Cyber-Spionage in Unternehmen erkannt werden – und dies oft durch Zufall. Er zeigte sowohl Angriffspunkte über den Menschen (Social Engineering) als auch über die Technik (Keylogger-Malware im PDF) auf, und zog das Fazit, dass man Angriffe zwar nicht ausschließen könne, aber zumindest frühzeitig erkennen müsse, um die „Kronjuwelen des Unternehmens“ zu schützen.

Stephan Mayer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Innenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion warf das Thema auf, inwiefern es eine Meldepflicht für Unternehmen geben sollte, die angegriffen werden, wenn es beispielsweise um kritische Infrastrukturen geht.

Kooperation Polizei und private Sicherheit

Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer lenkte den Blick  auf die Zusammenarbeit von Polizei und privaten Sicherheitsdienstleistern. Insbesondere bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs könnten private Kräfte die Sicherheitsbehörden wirkungsvoll unterstützen.

Sicherheit im Blickwinkel des Unsicheren

Einen neuen Aspekt zum Thema Sicherheit präsentierte Dr. Rudolf Kreuzer vom Zentrum für systemisches Denken. Er analysierte, wie Menschen Sicherheit fühlen, denken und schaffen. Sein Fazit: „Unvorhersehbare, plötzliche Risiken von außen werden überbewertet, während Risiken, die von uns selbst ausgehen den größten Schaden anrichten.“ Gleichzeitig gebe es aber ohne Gefährdung auch keine Entwicklung.

Hinsichtlich der Unternehmenssicherheit beschrieb er, dass Unternehmen nicht wegen Ereignissen wie Naturkatastrophen, sondern wegen Zuständen –  wie Machtmissbrauch oder Selbstüberschätzung –  scheitern.

Sicherheit als weltpolitischer Faktor

Dr. Günther Schmid gab mit langjähriger Erfahrung beim Bundesnachrichtendienst als Background eine Einschätzung der weltpolitischen Sicherheitssituation ab, die alles andere als positiv ausfiel: „Die autoritäre Welt ist auf dem Vormarsch. Wir befinden uns in einer Welt ohne Weltordnungsmacht, die von Machtdiffusion und Staatenzerfall geprägt ist“, so  Schmid.

Unternehmenssicherheit Flughafen München

Dass die Zusammenarbeit mit Sicherheitsdienstleistern eine essentielle Unterstützung für Unternehmen und Behörden sein kann, zeigte Alexander Borgschulte, Leiter Unternehmens-sicherheit am Flughafen München. Hier sind rund 3.500 Sicherheitskräfte – das sind zehn Prozent aller Beschäftigten am Flughafen – rund um die Uhr im Einsatz, um unter anderem an 28 Kontrollstellen für Luftsicherheit und Unternehmenssicherheit zu sorgen.