Gefahrenabwehr

Volksfeste und Diebstahlrisiko: Tipps für ein sicheres Vergnügen

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Im Herbst ist die Zeit der Winzer- und Volksfeste in Deutschland. Wie jedes Jahr gilt es, etwa beim Besuch des Cannstatter Wasens, auf der Hut zu sein. Denn volle Busse und Bahnen, Partystimmung in Festzelten und auf belebten Feststraßen ziehen Kriminelle an wie Motten das Licht.

Polizeidirektor Joachim Schneider, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, erklärt: „Diebesbanden sind meist professionell organisiert und in ganz Europa aktiv. Sie gehen in Teams und arbeitsteilig vor: Einer lenkt das Opfer ab, ein Zweiter greift zu, ein Dritter verschwindet mit der Beute in der Menge.“

Das Repertoire ist groß: „Die Kriminellen lassen sich immer wieder neue Tricks einfallen: Sie verursachen absichtlich ‚Staus‘, rempeln ihre Opfer an, verschmutzen scheinbar versehentlich ihre Kleidung oder lenken unter einem Vorwand ab, indem sie eine Karte vorhalten und nach dem Weg fragen.“

So bleibt der Festbesuch sicher
  • Nur an Bargeld und Papieren mitnehmen, was unbedingt nötig ist!
  • Bargeld, Zahlungskarten und Handy nicht unbeaufsichtigt liegen lassen.
  • Regelmäßig prüfen, ob noch alles da ist.
  • Wertsachen möglichst auf verschiedene verschlossene Innentaschen der Kleidung verteilen und dicht am Körper tragen.
  • Sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten auf dem Festgelände nutzen.
  • Am Geldautomaten auf genügend Abstand zu anderen Personen achten und sich nicht ablenken lassen.

„Wir können nicht oft genug darauf hinweisen, wie wichtig es ist, die PIN am Geldautomaten oder Terminal immer verdeckt einzugeben – auch im Bierzelt! Wenn die Tastatur abgeschirmt wird, etwa mit der freien Hand, ist die Geheimzahl vor fremden Blicken geschützt und somit auch das Konto,“ so Margit Schneider, Direktorin Sicherheitsmanagement Zahlungskarten bei der EURO Kartensysteme.

Was tun, wenn Girocards oder Kreditkarten abhandenkommen?
  • Bei Verlust oder Diebstahl der physischen Zahlungskarten oder der digitalen Varianten auf Smartphone/Smartwatch gilt: Karten umgehend sperren lassen. Der telefonische Sperr-Notruf 116 116* ist rund um die Uhr erreichbar (mehr Infos unter folgendem Link).
  • Am besten den Sperr-Notruf im Handy abspeichern, dann ist man im Notfall problemlos und schnell auf der sicheren Seite.
  • Alternativ steht die Sperr-App 116 116 zur Verfügung: Hier können die Daten der Zahlungskarten sicher gespeichert und Girocards direkt aus der App gesperrt werden, sofern das teilnehmende Institut Zugang durch diese Applikation gewährt.
  • Bei Verdacht auf eine Straftat Anzeige bei der Polizei erstatten. Diese kann zusätzlich die Sperrung des elektronischen Lastschriftverfahrens per Unterschrift (SEPA-Lastschriften) veranlassen.
  • Aufmerksam die Kontoauszüge kontrollieren und unbefugte Abbuchungen sofort bei der Bank oder Sparkasse reklamieren.

*Der Service des Sperr-Notrufs ist kostenlos. Auch der Anruf bei der 116 116 aus dem deutschen Festnetz ist gebührenfrei. Aus dem Mobilnetz und aus dem Ausland können Gebühren anfallen. Sollte der Sperr-Notruf in seltenen Fällen aus dem Ausland nicht erreicht werden können, gibt es alternativ die Rufnummer +49 (0) 30 4050 4050.

 

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention, zuletzt abgerufen am 28.09.2023.