Gefahrenabwehr

Evakuierung unter Berücksichtigung der VDI 4062

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Die Vorbereitung auf eine Evakuierung berücksichtigt in der Regel den Brand als Ursache. Das ist aber nicht immer der Fall. Sehr häufig, wie Dr. Joachim Lindner in seinem Vortrag  beim ERFA-Kreis erläuterte, sind folgende Ereignisse Anlass für eine Evakuierung:

  • Dach-, Gebäudeeinstürze,
  •  umfallende Baukräne,
  • Schadensereignisse beim Nachbarn,
  • Schadensereignisse auf Verkehrswegen in der Nachbarschaft
  •  und nicht zuletzt Bedrohungen wie Brandanschläge, Sprengstoffpäckchen etc.
  • aber auch Naturereignisse können Anlass für eine Evakuierung sein.

Bei der Evakuierung im Notfall geht es um die Selbstrettung und nicht um die Fremdrettung durch die Feuerwehr. Das muss bei den Vorbereitungen und Übungen berücksichtigt werden. Wie erkennen die Mitarbeiter und Entscheidungsträger die auslösenden Faktoren und welchen Einfluss haben diese auf den Evakuierungsablauf? Welche Probleme zeigt die Bestandsaufnahme baulicher, organisatorischer und personeller Art? Die bestehende oder nicht vorhandene Organisation muss ebenfalls betrachtet und festgelegt werden. Eine Aufgabenbeschreibung für Führungsaufgaben (Vorgesetzte) und operative Aufgaben (Helfer) ermöglichen ein geordnetes Verhalten.

Die richtigen Maßnahmen auf die unterschiedlichen auslösenden Faktoren  müssen vorbereitet sein, um eine erfolgreiche Evakuierung zu gewährleisten.

Praxishinweise:
  • Welche Kriterien es  für den Beginn der Evakuierung gibt und wie die Rückkehr nach einem Realfall geregelt ist, ist ein wichtiger Punkt.
  •  Die Art der Alarmierung zur Evakuierung, die technische Kommunikation als auch die Regelung der sprachlichen Kommunikation stellen weitere Aufgaben da.
  •  Die Betreuung von mobilitätseingeschränkten Personen ist planbar und ein Muss.
  •  Das Verhalten während einer Evakuierung und die Art und Weise der Übungen und deren Häufigkeit ist festzulegen. Hierzu gehört auch das Festlegen einer Mindestbesatzung, welche nicht an der Übung teilnimmt, um eine Produktionsunterbrechung zu verhindern.
  • Die unterschiedlichen Maßnahmen für die Herbeiführung eines gefahrlosen Zustandes im Übungsfall und im Realfall sind zu definieren und erproben.
  •  Durch ständige Verbesserung auf Grund gewonnener Erkenntnisse bei Übungen und Realfällen wird das Evakuierungskonzept weiter entwickelt.
  •  Mit einer Dokumentation wird der Nachweis der Erfüllung gesetzlicher Aufgaben nachgewiesen.
Quellen:

www.vdi.de

http://www.isaev.de/cms/index.php/lehrgaenge/fachkoordinator-evakuierung