Sicherheit

Strengere Anforderungen an Aufzüge

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Was bedeutet die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung für den Betrieb von Aufzugsanlagen?

Mit einer Übergangsfrist von 12 Monaten, also bis zum 31.05.2016, ist zu jeder Aufzugsanlage ein Notfallplan anzufertigen und dem Notdienst zur Verfügung zu stellen. 

Achtung: Für Neuanlagen, die ab dem 01.06.2015 in Betrieb gehen, muss der Notfallplan dem Notdienst bereits vor der Inbetriebnahme der jeweiligen Anlage vorliegen. Hier besteht keine Übergangsfrist! Gibt es keinen Notdienst, muss der Notfallplan beim Aufzugswärter bzw. bei der „benannten Person“ hinterlegt werden.

Der TÜV Süd zeigt, wie so ein Notfallplan aussehen kann: http://www.tuev-sued.de/uploads/images/1433247649840773540916/notfallplan-aufzug.pdf

Der Muster-Notfallplan kann bequem am Rechner ausgefüllt werden. Damit lässt sich sicherstellen, dass der Notdienst im Notfall unverzüglich die notwendigen Hilfemaßnahmen einleiten und eventuell im Aufzug eingeschlossene Personen befreien kann. Inhalt des Planes sind u. a. Angaben zum Standort der Anlage, zum verantwortlichen Arbeitgeber und zu den Personen, die Zugang zu allen Einrichtungen der Anlage haben sowie eine Anleitung zur Notbefreiung und Angaben zu den Personen, die Eingeschlossene befreien können.

Die wichtigsten Neuerungen zum Thema Aufzüge in der  BetrSichV
  • Neue Strukturierung der BetrSichV und Angleichung an europäisches Recht.
  • Künftig reicht die elektronische Archivierung der Prüfbescheinigungen aus.
  • Im Aufzug muss nun verbindlich eine Prüfplakette angebracht sein, die über Monat und Jahr  der nächsten Prüfung informiert.
  • Bis spätestens Ende 2020 müssen alle Aufzüge zur Personenbeförderung über ein Zweiwegekommunikationssystem verfügen.
  • Jede Aufzugsanlage benötigt künftig einen sogenannten Notfallplan.
  • Die Prüfung vor Inbetriebnahme gilt jetzt für alle Aufzugsanlagen mit Personenbeförderung.
  • Teilweise gelten neue Prüffristen und Prüfzuständigkeiten.
Das muss künftig beachtet werden:
  • Die neue Strukturierung der BetrSichV und die Angleichung an europäisches Recht erfordern  die Anpassung der gesamten Dokumentation.
  • Das Archivieren der Prüfberichte wird komfortabler. Künftig müssen sie nicht mehr in  Papierform aufbewahrt werden. Es reicht, wenn sie elektronisch vorliegen 
  • Alle Aufzugsanlagen müssen spätestens alle 2 Jahre einer wiederkehrenden Hauptprüfung unterzogen werden. In der Mitte zwischen 2 Hauptprüfungen – also spätestens nach einem Jahr – muss eine Zwischenprüfung stattfinden.
  • Sowohl Prüfung vor Inbetriebnahme als auch wiederkehrende Haupt- und Zwischenprüfung dürfen nur durch eine zugelassene Überwachungsstelle  erfolgen.

 

    

Quelle:

http://www.tuev-sued.de/anlagen-bau-industrietechnik/technikfelder/betriebssicherheitsverordnung/novellierung-betrsichv/betrsichv-aufzugsanlagen (zuletzt aufgerufen am 11.08.2015)