Organisations- und Führungskonzepte Grundlagen

Netzleitstellen: Sicher arbeiten unter hoher Belastung

Aufnahme eines Strommastes von unten vor blauem, leicht bewölktem Himmel.
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Die Energiewende verändert nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die Arbeit in den Netzleitstellen kritischer Infrastrukturen. Mit der zunehmenden Komplexität der Strom- und Gasnetze wachsen auch die Anforderungen an das Leitstellenpersonal (auch Dispatcher genannt).

Dispatcher müssen große Informationsmengen verarbeiten, komplexe Zusammenhänge bewerten und auch in kritischen Situationen schnell und sicher Entscheidungen treffen. Ein neues Praxispapier der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fasst aktuelle Forschungserkenntnisse zu kognitiven Belastungen und Beanspruchungen dieser Beschäftigten zusammen, identifiziert zentrale Einflussfaktoren und leitet daraus praxistaugliche Handlungsempfehlungen ab.

Belastungsoptimierte Arbeitsgestaltung

Das Praxispapier entstand im Rahmen des Verbundprojekts „Beautiful – Belastungsoptimierte Arbeitsgestaltung für Netzleitstellen kritischer Infrastruktur“. Ziel des Projekts war es, die Arbeit in Netzleitstellen besser zu verstehen und Ansätze für eine menschengerechte und belastungsoptimale Gestaltung zu entwickeln. Die BAuA brachte dabei ihre arbeitswissenschaftliche Expertise ein und untersuchte insbesondere die kognitive Belastung und Beanspruchung des Leitstellenpersonals.

Das veröffentlichte Praxispapier fasst die wichtigsten Ergebnisse des Projekts zusammen. Es beschreibt die besonderen Anforderungen der Leitstellenarbeit, erläutert Erkenntnisse zur kognitiven Belastung und stellt Ansätze zur Entwicklung und Bewertung ergonomischer Assistenzsysteme vor. Darüber hinaus behandelt es Methoden zur Erfassung von Arbeitsbeanspruchung, den Einsatz von Simulatoren und Trainingskonzepten sowie organisatorische und ergonomische Maßnahmen für die Gestaltung von Leitstellenarbeitsplätzen. Aus den Erkenntnissen leitet das Papier branchenübergreifende Handlungsempfehlungen für die Praxis ab. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und vom Projektträger Jülich (PTJ) betreut (FKZ: 03SF0694).

Die baua: Praxis „Kognitive Beanspruchung in Netzleitstellen kritischer Infrastruktur: Impulse für gute Arbeitsgestaltung“ kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: BAuA, zuletzt abgerufen am 15.09.2026.