Rechtliches

Urteil: Mehrjährige Haftstrafen wegen Computerbetruges

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Das Landgericht Osnabrück hat in einem aktuellen Strafverfahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetruges Haftstrafen von mehrjähriger Dauer ausgesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die Täter in wechselnder Beteiligung seit Juli 2013 zusammengeschlossen hatten, um Geldbeträge von Kunden der Postbank mittels „mTAN-Phishing“ zu entwenden.

Mit Schadsoftware die Kontodaten der Bankkunden ausgespäht

Nach den Feststellungen des Landgerichts Osnabrück hatten bisher nicht bekannt gewordene Hintermänner durch den Einsatz von Trojanern die Kontodaten von Kunden der Postbank ausgespäht. Die Kunden nutzten für ihr Online-Banking das „mTAN“-Verfahren.

Bei diesem Verfahren werden die für die Überweisung erforderlichen Transaktionsnummern (TAN) per SMS an die Mobilfunknummern der Kunden geschickt. Um die erforderlichen TAN zu erhalten, hätten sich die Täter sogenannte Multi-Sim-Karten oder Ersatz-Sim-Karten zu den Mobilfunkanschlüssen der jeweiligen Bankkunden besorgt.

Dadurch sei es den Angeklagten gelungen, den SMS-Verkehr auf diese Karten umzuleiten. Die so erhaltenen TAN wurden anschließend dazu genutzt, um Guthaben der Bankkunden von deren Tagesgeld- oder Sparkonten auf die jeweiligen Girokonten und von dort auf die Konten der Täter zu überweisen, so das Gericht.

25-jähriger Haupttäter

Der 25-jährige Haupttäter wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er hatte in sechs Fällen den Straftatbestand des banden- und gewerbsmäßigen Computerbetruges verwirklicht. Desweitern lag in zwei Fällen eine Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug sowie die Verabredung zur Begehung eines banden- und gewerbsmäßigen Computerbetruges in drei Fällen vor.

Weitere Haupttäter beteiligt

Ein weiterer Haupttäter ist zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Bei ihm lag die Begehung eines banden- und gewerbsmäßigen Computerbetruges in fünf Fällen vor.

Gegen fünf weitere Angeklagte, die im Zeitraum Juli bis Dezember 2013 in unterschiedlicher Form an den Taten der Haupttäter beteiligt gewesen sind, hat das Gericht Freiheitsstrafen zwischen einem Jahr und sechs Monaten und zwei Jahren und sechs Monaten ausgesprochen. Die Vollstreckung wurde teilweise zur Bewährung ausgesetzt.

Insgesamt sei durch die neun vollendeten Fälle ein Schaden in Höhe von etwa 790.000 Euro entstanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Quelle:

Mitteilung des LG Osnabrück vom 18.07.2016, zum Urteil Az.15 KLs 12/14